Bischöfliches Weingut Rüdesheim: Pinot Noir Assmannshausen Höllenberg 2022

Bischöfliches Weingut Rüdesheim: Pinot Noir Assmannshausen Höllenberg 2022

Zum Winzer

Spätburgunder 100%
rot, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2042
seidig & aromatisch
strukturiert
Lobenberg: 96–97+/100
Falstaff: 97/100
Deutschland, Rheingau
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Pinot Noir Assmannshausen Höllenberg 2022

96–97+
/100

Das ist ein älterer Weinberg von über 40 Jahren zur Rheinseite, steil wie ein Kirchendach. Über Vitamin B kam Peter Perabo an eine der begehrten Parzellen in Assmannshausens bester Lage, aber auch nur weil es mit die steilste Parzelle ist, die kaum einer wollte, scherzt er. In der offenen Bütt vergoren mit geringen Rappenanteilen in 2022. Das ist der Einzellagen-Weine aus dem Höllenberg, hier sind mehr Barriques vertreten, auch mehr Neuholz als im Assmannshausen S. Beim Höllenberg tritt das ölig-schiefrige am meisten hervor, die Mineralität dominiert, in 2022 kommen auch süßere Element hinzu, Nelkenpfeffer, Zimtgebäck. Der Wein hat analytisch nur etwas über 12.5% vol. Alkohol, aber eine derartige Tiefe und unterschwellige Kraft, dass man mit den Ohren schlackert. Peter Perabo scherzt gerne, dass sein gesamtes Rotwein-Equipment günstiger ist als ein neuer Fermenter in einigen berühmten Rheingauer Weingütern. Alles handmade, da ist Weinbau noch ein Handwerk, minimalster Technikeinsatz und maximales Ergebnis. Peter Perabo ist eben alte Schule und einer der genialsten Rotweinwinzer Deutschlands. Wir haben den staubigen Mineralausdruck, Bleistiftabrieb, Brombeerstrauch, Holzkohle, so ungeheuerlich dunkel wie ein großer Gevrey-Chambertin, auch ein bisschen Cabernet Franc-Würze ist mit drin. Das ist schon ein gigantischer Stoff, dabei weit entfernt von jeglichem fett. Straff und kühl, aber immer weiter anschiebend aus der Tiefe. Der Wein braucht in seiner jugendlichen reduktiven Phase und enormen mineralischen Spannkraft ein paar Jahre Zeit, aber der Charme von 2022 ist schon der Hammer.

Jahrgangsbericht

Der paradoxe Extrem-Jahrgang 2022 präsentiert sich in Deutschland überraschend elegant, zugänglich und fein. Abseits jeder Hitze-Üppigkeit bestechen die Top-Weine mit reifem Säurespiel, klarer Terroir-Zeichnung und tänzerischer Brillanz – ein extrem selektiver, aber in der Spitze historisch großer Erfolg.

97
/100

Falstaff über: Pinot Noir Assmannshausen Höllenberg

Balsamisch, würzig, sehr viel Schiefer, etwas Lebkuchen. Im Mund extrem dicht mit sehr feinem Tannin besetzt, ein Hauch Rappigkeit, aber auch viel Saft und eine durchdringende taktile Mineralität. Noch sehr verschlossen, aber mit großem Potenzial.

Mein Winzer

Bischöfliches Weingut Rüdesheim

Das Bischöfliche Weingut Rüdesheim ist Geschichte pur. Die erste Erwähnung findet dieses Weingut schon im 11. Jahrhundert als Pfarrweingut Rüdesheim. Im 12. Jahrhundert dann durch eine Schenkung des Adeligen aus Rüdesheim erweitert.

Pinot Noir Assmannshausen Höllenberg 2022