Lobenberg: Die Trauben wachsen in recht kalkigen Lagen. Sowohl Weißburgunder als auch Chardonnay stehen im Appenheimer Eselspfad, aber nicht in Mischpflanzung, sondern einzeln. In etwa 50/50-anteilig cuvetiert. Die Weine werden nicht gemeinsam vergoren, sondern getrennt ausgebaut und dann cuvetiert. Ausbau komplett im Holz, rund 20 Prozent Neuholz in 2023, alles Tonneaux. Grundsätzlich keine Malo in der Stilistik. Schöne spannungsreiche Nase mit reduzierter Frucht, Bergamotte, Lemongrass, nur ein kleiner Hauch Pfirsich. Das sorgt für einen energetischen, frischen Charakter, trotz des Schmelzes und der Cremigkeit der Burgundersorten. Chardonnay und Weißburgunder sind eine komplementäre Vermählung, da sie sich aromatisch ähnlich sind aber doch jeder seinen ganz eigenen Charakter hat. Der Chardonnay bringt etwas Würze und Salzigkeit, der Weißburgunder die schicke Frucht. Der Mund hat ein paar Anklänge an Chassagne-Montrachet mit seiner hellen, kalkigen Mineralität und feinen Salzigkeit. Dichte, satt-gelbe Frucht in 2023 mit Pomelo und gelbem Pfirsich, dann schiebt etwas Netzmelone nach, auch Zitronenmelisse. Animierend und poliert in der Frucht, dicht und voluminös aber ohne Schwere, alles ist schön ausbalanciert. Die hedonistische gelbe Frucht von 2023 gefällt mir sehr, das ist nicht das feinste Jahr für diesen Wein, aber eines der leckersten. Schmeckt einfach köstlich!