Da der Ertrag bei Bischel doch niedriger war als zunächst gedacht, ist die Reife galoppierend fortgeschritten nach dem warmen Sommer. In Bingen gab es noch dazu etwas Hagelschlag. Die Trauben haben zwischen 12.5% und 13% vol. natürlichen Alkohol erreicht, also schon ziemlich satt. Während 2024 um jedes Grad Oechsle gekämpft werden musste, sind die 2025er also vollreif und intensiv. Sie sind etwas exotischer und deutlich aromatischer als 2024 mit cremiger Geschmeidigkeit, die etwas an Wachauer Riesling denken lässt. Ein köstlich intensives Jahr. ,Der Scharlachberg ist ein sehr besonderes und auch berühmtes Terroir. Es ist ein Hügel mit Quarzitschiefer, wie der Rüdesheimer Berg auf der anderen Rheinseite. Dieses Quarzit gibt es eigentlich im Norden von Rheinhessen nur am Scharlachberg. Bischel hat nur im Kernstück der Lage Scharlachberg Parzellen, teils terrassiert. In den Terrassen wird es sehr karg und felsig, die Reben müssen hier schon richtig ackern, aber im Herzstück der Terrassen sind die Böden satt genug, dass es auch in heißen Jahren nicht gestresst ist. Und diese Entspannung der Reben übersetzt sich auch immer in den Wein. Es ist in 2025 der Lieblingswein von Matthias Runkel im gesamten Keller dieses Jahr. Nur ein einziges kleines Edelstahlgebinde, mehr gibt es nicht. Er hat eine zarte Reduktion und darunter dennoch diese schlotzige Gelbfrucht. Geniale Umamiwürze am Gaumen mit Hopfen, gerösteter Sesam, gelber Pfirsich, intensive Salzigkeit. Wow, hat das Zug, dicht, kraftvoll, packend. Das ist mitreißender Stoff. Die Stoffigkeit der Lage und des Jahrgangs wird von dieser rauchig-herben Mineralität perfekt abgefangen. Knochentrocken auf 2 g/l runtergegoren und doch hat er diesen Schmelz, diese dichte Mitte in 2025 mit wärmenden Händen im Rücken. Ich liebe diese wilde Würze, die 2025 hat. Der Scharlachberg ist ein deutscher Savennieres Roche aux Moines ohne Holz.