Spectrum ist der wohl ungewöhnlichste Wein im Sortiment von Bernhard Ott. Denn hier geht es einmal nicht um Grünen Veltliner, sondern um die historische Sortenvielfalt seiner Weingärten. Entstanden ist die Cuvée aus der Idee des früheren Gemischten Satzes, den es bei Ott bis 2018 gab. Je nach Jahrgang können bis zu elf verschiedene Rebsorten zusammenkommen, 2025 ist Spectrum allerdings auf gerade einmal drei reduziert: Welschriesling, Roter Veltliner und Chardonnay. Die Sorten werden aufgrund ihrer unterschiedlichen Reife separat gelesen, spontan vergoren und anschließend im großen Stockinger-Holz ausgebaut. Rund 5.000 Liter gibt es insgesamt. Schon die Nase ist komplett anders als Otts klassische Veltliner-Welt. Knackiger grüner Apfel und Apfelblüte treffen auf fleischigen Pfirsich, etwas rote Fruchtigkeit und eine feine Kräuterwürze. Frischer Kerbel, ein Hauch Zitronenschale, dazu diese leicht hefige, würzige Note. Sehr duftig und verspielt, aber keineswegs belanglos, darunter liegt richtig schöne Spannung. Am Gaumen schlank und saftig, gleichzeitig erstaunlich texturiert. Der Welschriesling bringt Frische und Zug, der Rote Veltliner Würze und etwas mehr Fleisch, der Chardonnay gibt Substanz. Dazu Apfelschale, frische Kräuter und ein feiner phenolischer Grip. Die Säure zieht den Wein schön geradeaus, alles bleibt leichtfüßig, präzise und enorm animierend. Ein herrlich eigenwilliger Wein zwischen Duftigkeit und ernsthafter Struktur und 2025 in seiner reduzierten Drei-Rebsorten-Version besonders klar, saftig und spannend.