Martin Bergkirchners Paradelage Poigen zeigt beim Smaragd noch einmal eine andere Seite als beim Federspiel. Die Riede oberhalb von Mitterarnsdorf, südlich der Donau, bringt nicht nur kühle Spannung, sondern auch Substanz, Tiefe und diesen sehr eigenen mineralischen Griff. Schluff, kleine Steine, Sand, Schotter und Mergel über Kalk und Ton geben dem Wein Struktur, die lange Hefelagerung von über zwölf Monaten im Tank bringt zusätzliche Textur, Ruhe und Schmelz. Schon die Nase zeigt mehr Komplexität und aromatische Reife: Nektarine, gelber Apfel, etwas reife Birne, dazu Mandarinenschale, warme Zitrusfrucht, ein Hauch Mango und helles zerstoßenes Gestein. Diese mineralische Andeutung ist sofort da, fast wie feiner Kalkstaub vor der eigentlichen Fruchtfülle. Am Gaumen etwas öliger und reifer als das Federspiel, mit mehr Druck, mehr gelber Frucht und mehr cremigem Zug, aber eben weiterhin mit ausreichend Finesse und kühler Poigen-Spannung. Die Struktur kommt hier nicht nur aus der eleganten Säure, sondern vor allem aus der griffigen Textur, der feinen Phenolik und dieser salzigen, hellen Mineralität, die den Wein lange trägt. Ein richtig charakterstarker, biologisch zertifizierter Wachauer Smaragd: tief, feinfruchtig würzig-mineralisch und preislich fast schon absurd attraktiv für diese Qualität im Glas. Sehr schön!