Eine Seltenheit hier in Ribeira del Duero, reinsortige Garnacha aus wurzelechten Reben, schon 1908 gepflanzt. Der Boden ist besonders im oberen Teil der Lage ziemlich steinig und felsig, im unteren Teil dafür eher von tonhaltigem Sand auf felsigem Tongestein geprägt. Wir sind hier auf 900 Höhenmetern in absolutem Cool-Climate, dazu noch in kühlster Nordost-Exposition. Für eine zur Süße und hohem Alkohol neigende Rebsorte waren das weise Entscheidungen der Altvorderen! Diese spezielle Grenache hier hat winzige Erträge je Stock, winzige Träubchen. Dazu noch 50 Prozent Ganztrauben, die Rappen geben Frische und Würze und verringern den Alkohol. Tolles Konzept der Alten und der Jungen um die hohe Säure zu bewahren. Es gibt leider nur ein einziges François Frères »Rare Range« Barrique in Zweitbelegung. Die Grenache wurde spontan im offenen Tonneau vergoren und dann 20 Monate auf der Feinhefe im Barrique ausgebaut. Brillant leuchtendes Rubinrot mit einem Hauch Violett. Schon die Nase ist charmant, samtig und verführerisch tief. Vanille, rote Sauerkirschen, getrocknete Cranberries mit berauschenden Veilchen und duftenden mediterranen Kräutern, in Salz eingelegten japanischen Kirschblüten, blaue Veilchen, Piment, Zedernholz, weißer Lakritz und balsamischer Würze. Intensiv und vielschichtig trifft in diesem Wein gnadenlose Power auf zarte Finesse! Eine Art Blend eines jungen, dichten, konzentriert extrahierten Gevrey-Chambertin von Geantet-Pansiot mit einem Vosne-Romanée von Dujac! Im Mund geht die Orgie dann aber erst richtig los. Wow! Dieser Wein liefert krasse Spannung in Kombination mit samtigen Tanninen. Betörende Vanille und die vielschichtigen braunen Gewürze hinterlassen eine elektrisierende Aromatik aus purer schwarzer Kirsche mit weißem Pfeffer, Lakritz und einem Hauch Minze auf der Zunge. Wieder burgundisch, aber zugleich auch faszinierend, wild und ungezähmt. Eine Rockröhre im Lederoutfit auf dem Damenrad. Die krasse, rauchige, steinige Mineralik ist tief verwoben und kommt doch so erhaben und unaufhaltbar unter den kalkigen, feinen, beinahe pudrigen Tanninen zum Vorschein. Dabei sorgt die griffige Säure für langanhaltende Frische im Mund. Ultra spannender Stoff mit Potenzial für den Keller. Phänomenal zu was Garnacha in den richtigen Händen in der Lage ist! Bravo!