Langenstein ist der zweite Nachname der Familie Baron Longo. Die Trauben für diesen Wein kommen aus zwei 30-jährigen Einzellagen, sie wurden bisher jedoch mit Weißburgunder zu einer Cuvée verschnitten. Wie alle Weine des Weinguts 100 Prozent biodynamisch bearbeitet, und natürlich werden die Reben mit viel Handarbeit gepflegt und bearbeitet. Spontan mit wilden Hefen vergoren und anschließend elf Monate lang im großen 1.200 Liter Fass aus französischer Eiche ausgebaut. Fassmuster. Mittleres, leuchtendes Goldgelb mit etwas Grün und öligen Tränen am Glasrand. Dieser Wein ist ein Verwandlungskünstler! Die Nase ist zugänglich, gelbfruchtig, reif und dabei herrlich verlockend. Mmmh! Gelbe Frühäpfel und etwas Granny Smith mit zart rauchigem Feuerstein – das elegante Aroma der gekonnten Reduktion gehört wohl mehr und mehr zur Baron Longo DNA. Sie erinnert an dezent rauchigen Mergelboden, Granit und Schiefer. Der Mundeintritt ist geradlinig, salzig ultra fein und elegant, dabei dennoch druckvoll schiebend. Gelbe Äpfel und Birnen, Kamillenblüten auf kargem, felsigen mineralischem Gestein. Auch die Haptik im Nachhall fühlt sich an, als hätte man soeben an einem Stück Granit geleckt. Reife Äpfel und Salzzitrone gleiten unbeirrt über die Zunge. Der Wein braucht etwas Luft und am Besten ein großes Burgunder Glas. Ein schicker mineralisch geladener Chardonnay vom spannendsten südtiroler Weißwein-Winzer. Je nach Jahrgang fand ich bisher entweder diesen Langenstein Chardonnay oder aber den Schlossberg Weißburgunder besser. Dieses Jahr hat Anton zwei Präzisionsteile abgefüllt und beide Weine sind gleichauf. Ultra schön und von zarter Eleganz geprägt, ganz wie der junge Baron selbst. Schon beinahe großer Stoff!