In 2025 kamen im September ausgiebige Regenfälle, die mit der Lese kollidiert sind. Bis dahin waren höchstens Kabinette reingeholt, danach galt es geduldig sein und dann sehr, sehr schnell sein mit dem Reinholen, bevor es in die falsche Richtung ging. Eva hatte noch einige Unterstützung vom Wittmann-Lese-Team, weil sie in Rheinhessen schon großteils vor dem Regen fertig waren. Es gab zwar stellenweise etwas Botrytis, das hielt sich aber alles im Rahmen in Trittenheim und Umgebung. Es ist ein warmfruchtiger, expressiver und vollreifer Jahrgang, der aber überwiegend botrytisfrei und sehr clean geerntet werden konnte. Wir haben schon deutlich mehr Wucht und Aromenspiel als im kühlen 2024. Die restsüßen Weine wurden bei Eva Clüsserath alle im Mai 2026 abgefüllt, also relativ spät für die Mosel. Solange bleiben sie im Fuder auf der Hefe liegen. Das Kabinett aus den allerbesten Parzellen von Trittenheims Toplage Apotheke. Es sind die kühlsten, höchsten Reben, die extrem lange am Stock hängen können. Sie stehen im Kaltwind aus dem Wald und werden rund 2 Wochen später reif. Hier kann also eine sehr späte Lese von dennoch vollreifen, aromatischen Trauben durchgeführt werden. Wenn man das Apotheke Kabinett neben dem Neumagener Rosengärtchen probiert, das direkt nebenan wächst, ist es schon erstaunlich, dass es durch die hohe Mineralik sogar trockener wirkt. Ist es aber gar nicht. Beide liegen etwas über 40 g/l Restsüße. Aber die vibrierende Säurespur und das dichte, mineralische Spiel heben ihn auf ein anderes Level. Feinfruchtige Nase mit hellen Agrumen, Granny Smith, süßsauer eingelegter Limettenzeste, Apfelblüte. Satt und intensiv, dann salzig-pikant ausklingend. Hat mehr Nachdruck als das karge, feine 2024 und ist auf jeden Fall früher zugänglich und offenherziger. Ein Supercharmeur dieses 2025.