Die Rebsorte Grenache ist der unangefochtene Superstar bei Alkina. Dieser Fractures Grenache stammt von den über 70 Jahre alten Reben im ursprünglichen »Old Quarter« des Weinbergs und ist sozusagen der »Premier Cru Grenache« von Alkina, der qualitativ direkt unter den einzelnen Polygonen eingeordnet wird. »Estate grown and made Micro Terroir Wines« ist die Devise des jungen Weinguts, das alle Parzellen vom berühmten Geologie-Professor Pedro Parra analysieren und kategorisieren ließ. Diese absolut kleinteilige Herangehensweise ist atemberaubend spannend und läutet womöglich eine noch aufregendere Zeit im ohnehin schon erstaunlichen australischen Weinbau ein. Brillant! Dieser Wein ist der allerbeste Blend aus diesen felsig-steinigen Grenache-Polygonen und -Parzellen und wird nur noch von den Polygonen selbst übertroffen. Den Namen trägt der Fractures Grenache zu Ehren der Rebwurzeln, die tief in den Rissen und Spalten (= Fractures) leben. Der Blend besteht zu ungefähr der Hälfte aus Trauben aus dem Polygon No. 2, das auf kargem Schieferboden steht und immer das Fundament dieses Weins bildet. Ergänzt wird er durch die kalksteinreiche Komponente aus Block 18 sowie das von Schiefer und Ton geprägte Polygon No. 5. Die drei Parzellen werden separat in Betonvergoren und anschließend 14 Monate lang in einer Mischung aus Beton-Eiern und Steingut ausgebaut. Nach der Assemblage folgt noch etwas Zeit im Betontank. Grenache wird bei Alkina nie im Holz ausgebaut, um die zarte Aromatik beizubehalten. Mittleres, leuchtendes Rubinrot mit einem Hauch Orange. Süße, reife Himbeeren, Erdbeeren und saftige Nektarine mit getrockneten violetten Blüten. Aromen dezent bitterer Blutorangenschale und duftender Kräuter von Salbei und Thymian hin zu Melisse sowie schwebende weiße Blüten legen sich auf die beinahe staubigen, mineralischen Aromen von Granit und rotem Sandstein. Mit etwas Zeit im Glas tritt die zarte, beinahe schwebende Frucht immer mehr in den Hintergrund, und mehr der vielschichtigen, duftend-würzigen Aromen kommen ins Scheinwerferlicht. Ist dieser Wein vielleicht sogar seelenverwandt mit Vosne-Romanée oder Chambolle-Musigny?! Es ist ganz klar, dass er in den nächsten ein bis zwei Jahren aromatisch noch mehr zulegen wird, momentan ist er noch sehr jung und dennoch schon heute schon vielschichtig bis zum Abwinken! Aber der echte Höhepunkt wird mit dem ersten Schluck offenbart. Im Mund ist dieser Stoff nämlich erst so richtig aufregend! Nach dem saftigen Mundeintritt mit viel knackiger roter Frucht von Johannisbeeren und Erdbeeren sowie etwas Hagebutte offenbaren sich viele feine, geschliffene und doch dezent griffige Tannine. Dieser Wein ist definitiv nicht nur was für Rhône-Fans, sondern durchaus auch für Nebbiolo- und Pinot-Liebhaber. Die salzige Frische und Spannung sind dabei beinahe überwältigend gut. Wow, mitreißend! Die klassischen Grenache-Aromen von reifer Erdbeere gepaart mit weißem Pfeffer hat man ganz selten derart intensiv und doch harmonisch im Glas. Für Grenache ist der Alkoholgehalt mit 14 % vol. zudem tatsächlich noch recht moderat. Im Nachhall bleiben Noten von Orange, Kräutern und weißen Blüten sowie etwas Nougat auf der Zunge. Sobald die dezent griffigen Tannine abebben, legen sie Aromen von schwarzen Johannisbeeren, Lakritz und würzigem Earl-Grey-Tee frei. Alkina ist wie gesagt ein recht junges Weingut, aber was ich hier im Glas habe, ist schon echt mega aufregend! Ich bin gespannt, wohin die Reise wohl noch geht.