Die 2024er Lagenweine wurden alle im Januar 2026 abgefüllt bei Zind. Clos Windsbuhl, legendäre Lage. Muschelkalk in Südostlage, es ist die nördlichste Lage in Humbrechts Portfolio. Deutlich kühlerer Stil, 350 Meter hoch gelegen. 2024 war ein kühles Jahr, was die Finesse dieser Lage noch unterstützt. Eine sehr klassische Nase, trocken, erhaben. Helle Frucht, weißer Pfirsich, Litschi, Passionsfrucht, Zitronentee. Ein eleganter Saft schon in der Nase, fürs Elsass eher nordisch, der Idig von Christmann kommt in den Sinn, weil er ebenfalls so eine kühle, helle Frucht hat. Auch im Mund, das ist nah am Mittelhardt-Riesling auf Kalkstein, cremig-dichte grüne Birne mit Limettenzeste. Knochentrocken aber cremig-dicht. Der Clos Windsbuhl ist der feinste Wein bei Humbrecht, noch ziselierter und etwas schlanker als der vulkanische Rangen de Thann, der lauter ist in seiner Art. Der Windsbuhl hat eine irre Energie, zieht kalkig-fest über die Zunge, wieder kandierte Agrumenzesten, hohe Spannung, die Augen ziehen sich zusammen, Meersalz, Muschelschale, wirklich berauschend in seinem Frische-Empfinden. 2024 ist zwar kühl und tendenziell etwas schlanker im Charakter, der Wein hat aber eine sehr feine Substanz im Kern, eine faszinierende, schmelzige Dichte, die ich nach der feinen Nase so gar nicht erwartet hatte. Niedriger Alkohol, feinste Nase und dann dieser schicke Druck im Mund. Das ist schon ein geniales Jahr für das Elsass, wenn gut gearbeitet wurde. Der Wein hat richtig Größe.