Familie Luckert war in 2024 leider erneut stark von Frost getroffen, das kam nun in den letzten Jahren leider häufig vor für den Zehnthof. Die Erntemenge hat rund 40 Prozent eingebüßt. Der Silvaner war etwas weniger getroffen, große Verluste gab es vor allem bei den Burgundersorten. Es war ein kühleres, regenreicheres Jahr, eher mittelreif und sehr fein balanciert. Die Säuren sind köstlich reif und seidig, was den schön schmelzigen Luckert-Stil noch unterstreicht. Der Sonnenberg liegt auf dem Plateau oberhalb von Sulzfeld, windoffen gen Westen und eher kühl, daher recht spät reifend. Die Reben sind zwischen 30 und 55 Jahren alt, also durchaus schon sehr profund. Immer gut wasserversorgt. Die Lage ist hoch genug, dass sie aus dem klassischen Muschelkalk herausgeht und schon Richtung Keuper, Gelbkalk, läuft. Die Aromatik ist hier also etwas anders als in den restlichen Silvanern von Luckert. Der Sonnenberg ist immer schon jung zugänglich und offen, hat eine verführerische Frucht, obwohl er immer etwas dunkler und lakritziger ist. Der Sonnenberg hat diese dunkle Dramatik und einen herbsaftigen, festen Grip, der ihn in der Range etwas rausstechen lässt. Der Berg 1G ist ein blütenduftiger Supercharmeur in 2024, der Gelbkalk ist eher erdiger und mehr auf zupackende Struktur gebaut. Er hat schon seine dichte gelbe Frucht wie immer, sie ist aber stärker von dunkler Würze begleitet, von Erdigkeit. Ein etwas fordernderer, dunklerer, herberer Gelbkalk dieses Jahr, für erfahrene Silvaner-Nasen. Und dennoch: diese finessenreichen, seidigen Silvaner von Luckert sind einfach traumhaft schön zu trinken.