In diesem Wein von Wittmann sind die ehemaligen Bestandteile aus Weißburgunder -S- und Chardonnay -S- zusammengebracht. Spontanvergoren im Holz, der Weißburgunder im Halbstück, der Chardonnay im Barrique. Nur 3-4 Stunden Maischestandzeit. Ganztraubenpressung. Verbleib im Holzfass auf der Vollhefe bis zur Füllung. Dieser Wein entsteht im Grunde aus einer Fass-Selektion der etwas runderen und zugänglicheren Fässer, die etwas knackigeren bleiben dann noch einen Winter länger liegen und gehen in die Reserve. Sehr stark von Pfirsich dominierte Nase, reich und dicht, Quittenbirne und grüne Mango, Kalkstaub, Zitronat. Schöne Kühle ausstrahlend, aber auch eine wahnsinnige Fruchtintensität. Im Mund des Weins ist der Neuholzanteil etwas spürbar, denn ein bis zwei neuere Halbstücke waren dabei. Dieser leicht verrauchte Hauch steht ihm aber gut. Der Westhofener Weißburgunder und Chardonnay zeigt sehr viel Druck, und trotzdem ist er schlank und kühl. Kein fetter ordinärer Chardonnay-Stil, kein übercremiger, überreifer Weißburgunder, sondern ein toller Wein als wirklich perfekter Kompromiss. Ziemlich genau 50/50 geblendet. Toller Geradeauslauf, sauber definiert, mit langem, mineralischem Zug hinten raus. Das ist genau der richtige Kompromiss, wenn man weder das Fette eines Chardonnays noch das zu Cremige eines Weißburgunders möchte. Man läuft immer in der Mitte lang und endet in einem salzigen, mineralischen Finale. Ich war misstrauisch, ob das gelingen kann. Das Ergebnis ist wirklich superb. Selten gelingen Kompromisse so ideal wie in diesem Wein.