Philipp Wittmann: »Ich glaube, dass 2024 extrem mineralisch aufgeladen ist, auch wenn der Begriff inflationär verwendet wurde in den letzten Jahren. Aber es war genug Wasserversorgung da, sodass da in den Trauben schon sehr viel Extrakt aufgebaut wurde. Die Weine haben mich in der Jungwein-Probe sehr an die Weine meines Vaters der besten Jahrgänge der 1990er Jahre erinnert. Diese Schlankheit und Kühle hatten wir schon lange nicht mehr.« Dieser Wein kommt aus einer Lage, die Höllenbrand heißt. Eine Erste Lage, dessen Kernstück aber auch Große Lage ist und seit 2024 auch ein neues GG bei Wittmann ist. Der Ortswein kommt aus einem Teilstück etwas weiter oben am Hang, etwas exponierter. Das GG wächst direkt an der Grenze zum Morstein und ist noch kühler. Die Lage liegt westlich vom Morstein, hier findet man löss- und lehmhaltige Böden mit Kalkstein. Hier stehen etwas jüngere Reben. Gundersheim ist kühler, spätreifender als Westhofen. Philipp Wittmann denkt, dass aus dem Höllenbrand in Zukunft ein GG werden kann und wird, wenn die Reben etwas älter sind. Es sind die kühlsten Lagen des Weingutes. Spontane Vergärung und Ausbau in Stückfässern, das ist bei allen Ortsweinen 1G so. Der Wein hat einen sehr mineralisch-reduzierten Duft, nasses Gestein, Sommerregen, Grapefruit. Und dann kommt der Mund… und wie! Elektrisierende Spannung, kalkig, griffig, zieht voll durch. Es ist der kühlste der Ortsweine, immer das allerfeinste Material. Glockenhell, mit dieser faszinierenden Würze von 2024. Das ist rheinhessischer Riesling-Purismus auf die Spitze getrieben. Einer der besten Ortsweine Deutschlands, keine Frage.