Martin Tesch und sein Sohn Johannes – der unter anderem bei Loosen und Egon Müller gelernt hat und zunehmend das Ruder des kleinen Riesling-Boutique-Weingutes übernimmt – haben sich in den letzten Jahren zu einer festen Größe unter den Underdogs an der Nahe entwickelt. Teschs Stil ist stahlig und kristallklar, es ist kein schmusiger Rieslingstil, sondern stets klirrend klar, trocken und mineral. Steinweine für Purismusfreaks auf einem sagenhaften Level für diesen Preis. Der Karthäuser wächst auf rotem Sandstein und erinnert daher ein klein wenig an die Weine vom Roten Hang in dieser pikanten Würze. 2025 ist ein wärmeres Jahr als 2024, bringt mehr Punch mit und spannt die wärmere, expressivere Aromenwelt auf. Der Karthäuser kommt mit einer explosiven, straffen Frucht aus dem Glas, schiebend, intensiv, rote Zitrusfrucht, Kumquat, getrockneter Lavendel, Safran, Ingwerschärfe. Und dann kommt der Mund mit einer aufregenden Textur, setzt sich an den Backen fest, mit enorm viel Grip, dicht, zupackend. Wieder Kumquat, grüne Mandarine, roter Pfeffer, schön straff, trotz der schmelzigen Konzentration. Ein Jahrgang, der sehr viel mitbringt.