Von der Balance und der Säurefrische ist der Jahrgang vergleichbar mit 2015 oder 2012, auch mit 1996 sagt Papa Dr. Richter. Hohe Extraktwerte und sehr hohe Weinsäureanteile. Mittelhohe Mostgewichte, aber sehr reifes Lesegut. Der sehr steile Hang von Brauneberg ist einer der trockensten Standorte. Durchgegoren auf unter 4 Gramm im alten Moselfuder. Aus dem Filetstück des eisenhaltigen Schieferhangs von Brauneberg, dem Falkenberg, aus dem Fritz Haag den Versteigerungswein holt. Uralte Reben aus einem der Top-Flurstücke nahe der Sonnenuhr. Die Nase ist berauschend schön, dunkelwürzig mit gerösteten Pinenkernen, Curry, Orangenschale, dazu die feine Exotik dieser wärmsten Parzelle im Herzen der Lage, sehr reife Grapefruit, Pomelo und ein Touch Blütenhonig. So typisch Moselriesling. Vibration und explosive Frucht. Die Säurefrische ist wahnsinnig hoch für ein so reifes Jahr, aber alles ist in diese hohe Konzentration verwoben. Diese Klassik beherrscht kaum ein Betrieb so sehr wie Familie Richter. Im Mund explodiert die erdige Gelbfruchtigkeit dann auf der Zunge, die erdige Würze von Brauneberg schiebt nach, Druck und Schub aus saftiger gelber Frucht, zugänglich und rund, aber auch mit viel mineralischer Spannkraft und Vibration. Sehr elegant geschliffen, sehr animierend, salziger Zug bis ganz hinten raus. Läuft wie am Schnürchen. 95-96+/100,