Wenn bei Eymann »Alte Reben« auf dem Etikett steht, dann haben wir es auch mit richtig alten Reben zu tun! Mindestens 45 Jahre, teilweise sogar bis zu 90 Jahre alt und dann auch noch wurzelecht – das findet man wirklich extrem selten, am ehesten noch in den Steilstlagen an der Mosel, in der Pfalz aber kaum. Diese alten Reben ergeben einen konzentrierten, kräuterwürzigen Riesling mit klarer Struktur und feiner Phenolik – ein ruhiger, vielschichtiger Wein mit tiefer Herkunftsprägung. Gewachsen auf verschiedenen Parzellen rund um Gönnheim. Spontanvergoren, ein Jahr im großen Holz auf der Hefe. In der Nase zunächst zurückhaltend, dann öffnet sich ein kühles, kräutriges Aromenspektrum: Zitronenthymian, Kamille, gedörrte Limette, ein Hauch weißer Pfeffer. Darunter feine gelbe Frucht – etwas Williamsbirne, frisch angeschnittener Apfel, ein Hauch Quitte und Mirabelle. Dazu eine präzise mineralische Komponente. Zerstoßener Kalkstein, leicht salzige Anmutung. Am Gaumen straff und fein gebaut. Kein breiter Schmelz, sondern Zug und Textur. Die Säure ist reif, klar und gut eingebunden, wird begleitet von einer sehr feinen, griffigen Phenolik. Zitrusnoten und Kräuter dominieren, begleitet von einer salzigen Mineralität und subtiler Würze. Die Frucht bleibt im Hintergrund und lässt Raum für Struktur und Herkunft. Sehr schöne Länge mit ordentlichem Nachdruck und kühler Eleganz. Wirklich sehr feiner Stoff, in dem Preisbereich geradezu herausragend.