Ihre Wirtschaftsweise bezeichnen Julia Bertram und Benedikt Baltes als »kölsch-biodynamisch«, also biologisch mit biodynamischen Präparaten. Allerdings sind nicht alle Weine vollständig zertifiziert. In ihren Weinbergen arbeiten Bertram-Baltes mit Permakultur in Dauerbegrünung. Das ist in der Steillage mit alten Reben ein extremer Aufwand. Alle Weine werden komplett gleich bearbeitet, schon der Gutswein Handwerk wird händisch Beere für Beere selektiert auf dem Sortiertisch, bis hoch zu den Lagenweinen. Die spontane Vergärung findet in offenen Edelstahl-Gärständern statt. Bei Bertram-Baltes gibt es mittlerweile nahezu keine Barriques mehr, alles wird in 600 und 1200 Liter Fässern ausgebaut, keinerlei neues Holz. Den Weinen wird nichts hinzugefügt und nichts weggenommen. Vor der Füllung wird leicht geschwefelt, that's it. Die Nase ist Baltes-typisch reduktiv und straff, sehr fokussiert und scharf gezeichnet. Schon beim Gutswein ist das eine Ansage! Deutlich pfeffrige Würze, Sauerkische, Schlehe, Sanddorn, warmer Stein. Ein köstlich feiner Saft im Mund, kühl und straff auch hier, mit seinen 10.5% vol. ist das ein Eleganzwunder, dem nichts fehlt. Die Süße kommt eben eher aus dem Extrakt und der Konzentration der Trauben und nicht aus dem Alkohol. ,