Ihre Wirtschaftsweise bezeichnen Julia Bertram und Benedikt Baltes als »kölsch-biodynamisch«, also biologisch mit biodynamischen Präparaten. Allerdings sind nicht alle Weine vollständig zertifiziert. In ihren Weinbergen arbeiten Bertram-Baltes mit Permakultur in Dauerbegrünung. Das ist in der Steillage mit alten Reben ein extremer Aufwand. Alle Weine werden komplett gleich bearbeitet, schon der Gutswein Handwerk wird händisch Beere für Beere selektiert auf dem Sortiertisch, bis hoch zu den Lagenweinen. Die spontane Vergärung findet in offenen Edelstahl-Gärständern statt. Bei Bertram-Baltes gibt es mittlerweile nahezu keine Barriques mehr, alles wird in 600 und 1200 Liter Fässern ausgebaut, keinerlei neues Holz. Den Weinen wird nichts hinzugefügt und nichts weggenommen. Vor der Füllung wird leicht geschwefelt, that's it. Die Reben im Pfarrwingert sind erst knappe 15 Jahre alt, dafür aber absolute Top-Genetik, alles Dichtpflanzung, tiefe Laubwände. Eben das grandiose Modell Bertram-Baltes. Und das führt dann zu diesem Eleganzwunder von einem Pinot Noir in 2023. Was für ein grandioser Stoff. Der Wein zieht sich salzig in die Tiefe, die florale Finesse vom Schiefer setzt sich durch, süß-salzige Himbeere, Sanddorn, roter Pfeffer, grüner Speck, Veilchen. Erstaunlicherweise ist der Pfarrwingert bei Baltes rotfruchtiger und heller in der Tönung als der Hardtberg, bei Weitem nicht so wuchtig und dunkel, wie diese Lage auch sein kann. Er hat schon sehr viel Substanz und Kraft, schiebt schon ungeheuerlich an aus seiner Tiefe. Die Puristik dieses Stiles ist schlicht atemberaubend. Das ist großer Spätburgunder ohne Makeup, ohne Fett, ohne Alkoholsüße und ohne Holzwucht, sondern ganz clean, fein, oldschool im allerbesten Sinne. So genial urwüchsig kann die Ahr schmecken! 96-98/100,