Beim »U500« steht der Buchstabe für die Lage Ungeheuer und die Zahl für die Fassgröße. Es ist also eine Selektion aus einer alten Parzellen des Ungeheuer GG, abgebaut im neuen 500-Liter Tonneau. Der U500 war eine Zeit lang die noch dichtere, rauchigere »Plus-Version« des großen Gewächses, seitdem es den MarMar gibt, liegt der U500 quasi zwischen diesen beiden Weinen, wobei er immer eine sehr eigenständige Charakteristik hat und stark heraussticht. Die Lage hat ein sehr komplexes Bodenprofil, geprägt von Kalkstein, Basalt und verwittertem Buntsandstein. Ganztraubenanquetschung und Einmaischung, sechs bis zwölf Stunden Mazerationszeit. Dann relativ scharf abgepresst, ohne drehende Presse. Sehr lange auf der Vollhefe ausgebaut. In der Nase eine irre Tiefe. Enorm rauchig, mystisch und dunkel. Feuerstein, Gesteinsmehl, zarter Rauch, und Sandelholz. Gesalzenes Butterpopcorn, reife Amalfizitrone, Salbeibutter, gerösteter Toast, Blütenhonig, gelber Apfel, Quitte und Marille. Großartige Komplexität, wow! Das ist schon ziemlich irre und eigenständig. Ich weiß nicht, wann ich überhaupt mal so einen Riesling verkostet habe. Das ist schon eher burgundisch. Auch im Mund dicht und kraftvoll mit zupackender, satter Mineralität. Salzmandel, reifer Pfirsich, reife Zitrone, ein Hauch Orangenschale und Salbei, fleischige Exotik von saurer Mango und herbe Kumquat. Feines Spiel, große Länge. Im Nachhall drückt die steinige Mineralität immer wieder nach. Das ist ein großes Riesling-Unikat! Genial!