Die Spätlese stamm aus den wurzelechten Reben in der Goldgrube aus der Parzelle Porz, wo auch die Kabinette herkommen. 80 bis 120 Jahre alte Reben, die verwinkelt in einer Hochlage stehen. Das ist eigentlich eher Landschaftspflege als Weinbau. Unglaublich hohe Komplexität durch die verschiedenartige Genetik, die hier von verschiedenen Inhabern über die letzten Hundert Jahre gepflanzt wurde. Typisch Vollenweider eine sehr schlanke, feinziselierte Spätlese, keinerlei Wucht, schwebend und filigran. Nasser Stein in der Nase, ein Touch sehr schlanker Pfirsich, Zitronenmelisse. Auch im Mund ein nur unwesentlicher Süßegrad, deutlicher Steinabdruck auf der Zunge, Schiefer und Kalkstein in Tateinheit, obwohl die Reben natürlich in purem Schiefer stehen. Sehr lang, obwohl sie so saarartig filigran und zart ist. Moritz Hofmann geht vielleicht einen Hauch früher lesen als Daniel Vollenweider zuvor, was dann gerade den Süßweinen nochmal eine ungeahnte Brillanz und Spannung verleiht. Sehr wenig Botrytisanteil, alles sehr clean und kristallklar. Eine Spätlese, die in ihrer Finesse Jahrzehnte halten wird. 2023 ist absolut top im süßen Bereich!