Die 1,1 Hektar-Lage wurde 2018 von Michele Chiarlo gekauft, sie war bereits komplett mit alten Reben bestockt. Cerequio ist eine hochberühmte Lage, in der auch Roberto Voerzio oft seinen besten Wein macht und bei Vietti fällt der Cerequio ähnlich aus wie bei Voerzio. Dieser Wein ist immer ein Verführungskünstler! Vollständig entrappt, dann folgt circa 48 Stunden Kaltmazeration. Zu Beginn der Gärung wird der Saft täglich übergepumpt und dann 3-4 Wochen mit dem traditionell untergetauchten Trester weiter ausgebaut. Es folgt eine Zeit im gebrauchten Barrique bis nach der Malo im Februar. Dann zieht der Wein für 2,5 Jahre in große Holz-Botti um.,Vibrierend leuchtendes Rubinrot. Die Nase ist herrlich einladend und samtig mit reifen dunklen Kirschen, Brombeeren und Blaubeeren, sogar einem Hauch Cassis, etwas Himbeerkonfitüre und eingelegten Waldbeeren. Lakritz, Veilchen und eine beinahe mystisch tiefe braune Würze kommen hinzu. In diesem herrlichen Cerequio geht aromatisch so richtig die Post ab! Zugleich ist der Wein – typisch für Vietti in diesem Jahrgang – krass fruchtklar und vibrierend energiegeladen. Viele kleine, rund polierte, beinahe sandige Tannine kleiden die Zunge griffig aus. Im Nachhall kommt diese herrlich saftige, intensiv reife, beinahe verschwenderische, perfekte Frucht des Jahrgangs wieder zum Vorschein. Blaue Blüten und Veilchen tänzeln daher – was für eine fabelhaft animierende Aromatik. Allerdings ist das ob seiner Textur auch ein Wein, der mindestens fünf bis zehn Jahre im Keller verschwinden sollte, um sich danach in aller Größe und mystischer Komplexität zu präsentieren.