Es gibt genau einen Hektar von diesem Weinberg. Corton Bressandes ist eine Namens-Option, um diesen Teil des speziellen Terroirs abzugrenzen vom Corton Grand Cru. Die meisten Winzer nennen alles einfach Corton Grand Cru, was erlaubt ist. Die Lage Bressandes liegt genau im kühleren Osten. Cool Climate Hochlage. Die Corton Grand Cru Lage von Tollot-Beaut liegt jedoch im Südosten, dort ist es sehr viel wärmer, reicher und süßer. Corton Bressandes ist aber bei Tollot-Beaut der geliebtere Teil mit dieser kühlen Charakteristik. Uralte Reben, hohe Dichte. Kühl, steinig, weniger Lehm. Der Unterschied in der Nase ist schon verblüffend, wir haben diesen warmen Riesen von Corton, und wir haben den Bressandes daneben, mit ganz klar mehr Struktur, mehr Mineralität. Er hat zwar ebenso diese moselanische Schiefersteinigkeit, aber eben auch Kalkstein und ein viel kühlen Feuerstein. Der Wein erscheint insgesamt etwas kühler. Der Bressandes steht in Südost-Exposition, es gibt hier kaum Fäulnis, da die Sonne direkt am Morgen die Feuchtigkeit der Nacht abtrocknet. Der Weinberg Bressandes liegt in 360 Metern Höhe und der Corton Grand Cru liegt ungefähr 100 Meter tiefer in Süd-Südost-Exposition. Dafür hat der Bressandes deutlich mehr Stein im Boden und der Corton mehr Erdanteil. All das spricht für eine stärkere Mineral-Expression des Bressandes. Am 16. September begann die Lese bei Tollot, also deutlich später als im Vorjahr. Es war ein kühleres, regenreiches Jahr. Die Weine sind filigran aber fruchtstark. Es gibt keinerlei Überreife, die Alkoholgrade liegen zwischen 12.5% und 13% vol., also ziemlich perfekt für Pinot Noir. Ca fait du bien! sagt Nathalie über den Jahrgang, er macht nie müde, hat Trinkfluss ohne Ende. Revitalisierend, saftig und sehr verspielt. Es gab rund 25 Prozent Ernteverlust aufgrund einer sehr schlechten Blüte im Frühjahr mit einsetzendem Mehltaubefall. Andere hat es aber noch viel schlimmer getroffen, bei Tollot hält sich der Verlust in Grenzen. Im Corton Grand Cru lag die Mengeneinbuße mit Minus 40 Prozent aber deutlich über dem Schnitt. Im Mund ein erstaunlich feiner Saft, der Schritt zum Grand Cru wird sofort schmeckbar. Die Tannine haben einfach eine andere Qualität, sind perfekt in den Wein verwoben, zart und geschmeidig, unter der dichten blauen Fruchtwolke kaum wahrzunehmen. Unglaublich saftig und delikat für einen Corton-Bressandes, man mag es kaum glauben, wenn man diese Appellation gut kennt. Der Speichel fließt von der Säure angetrieben die Backen hinab, dann setzt der energetische Kalksteinkick wieder ein. Die 2024er Grands Crus sind große Delikatessen, sowohl der Corton als auch der Bressandes, auch wenn ich den Bressandes dieses Jahr noch einen Ticken über dem Corton empfinde, weil er noch etwas mehr Kick in der Struktur hat.