Am 16. September begann die Lese, also deutlich später als im Vorjahr. Es war ein kühleres, regenreiches Jahr. Die Weine sind filigran aber fruchtstark. Es gibt keinerlei Überreife, die Alkoholgrade liegen zwischen 12.5% und 13% vol., also ziemlich perfekt für Pinot Noir. Ca fait du bien! Sagt Nathalie über den Jahrgang, er macht nie müde, hat Trinkfluss ohne Ende. Revitalisierend, saftig und sehr verspielt. Es gab rund 25% Ernteverlust aufgrund einer sehr schlechten Blüte im Frühjahr mit einsetzendem Mehltaubefall. Andere hat es aber noch viel schlimmer getroffen, bei Tollot hält sich der Verlust in Grenzen. Die Trauben werden komplett entrappt, Kaltmazeration im Beton, spontan vergoren. Malo und Ausbau für rund 18 Monate in überwiegend gebrauchten Barriques. Seit dem Jahrgang 2014 setzt man nach der Entrappung eine optische Traubensortiermaschine zusätzlich zur strengen Lese im Weinberg ein. Ein Plus an Feinheit und Klarheit der Frucht, denn unreife oder unkorrekte Beeren werden per Luft rausgeschossen, und auch Stiele, Rappen oder anderer Beifang kommen nicht durch diese Kontrolle. Nathalie Tollot ist kein Freund von Neuholz, im Betriebsschnitt sind es nur 20 bis 25 Prozent. Tollot Beauts Stil ist an der Côte de Beaune was Jean Grivot an der Côte de Nuits ist. Dieser Wein ist deutlich klarer und feiner gezeichnet als der Village, denn wir sind bei dieser Monopol-Lage im Grunde auf Premier Cru Niveau. Deutlich mehr von roter Kirsche geprägt, sehr sauber definierte Kanten, absoluter Geradeauslauf. Ich liebe diese vibrierende Rotfruchtigkeit des 2024ers, sooo saftig und kühl. Aber beim Chapitre durchaus mit etwas mehr Wumms als der normale Chorey. Er hat sehr viel Orangenschale und auch etwas Mango, gelbe Pflaume, geniale Frucht! Alles läuft auf zarten, seidigen Tanninen mit pikanter Säurespur. Ein Leckerli mit Anspruch.