Lobenberg: Die Trauben des Langhe Nebbiolo kommen aus der Einzellage Bricco delle Passere, die sich sozusagen um den Hügel legt. In Nord-Exposition werden die weißen Arneis-Trauben angebaut, dieser Nebbiolo kommt aus den Parzellen in Südexposition, denn die Rebsorte braucht eben etwas mehr Wärme um komplett auszureifen. Eine Einzellage darf nach dem italienischen Weingesetz nur in den DOCG-Lagen auf dem Etikett ausgezeichnet werden, deshalb halten die Tibaldi-Schwestern die Herkunft des Weins »low key«. Handlese Mitte Oktober in kleinen 20 kg-Behältern. Während der Gärung führen sie eine sanfte Remontage, also das Überpumpen des Mostes aus. Der Saft bleibt 20 Tage lang auf den Schalen während der Wein temperaturkontrolliert im Stahltank reift. Mittleres, leuchtendes Rubinrot mit einem Hauch Orange. Die Nase ist ein herrlicher Ausdruck der Nebbiolo! Reife Amarenakirschen, getrocknete Rosenblüten und Potpourri mit viel Erdigkeit. Sie hat auch etwas Wildes, Hoch-Individuelles. Saftige Erdbeeren, Kirschen, reife Brombeeren und viele Kräuter bilden die aromatische Basis. Im Mund sind die Tannine fein strukturiert und dezent griffig, sie gehen direkt in die Frische des Weins in Form von roten Johannisbeeren über. Veilchen, Leder und wilde Brombeeren kommen hinzu. Ein erdiger, dezent rustikaler Wein – sogar etwas Teer schwingt mit, im Nachhall Lakritze und ätherische Kräuter. Mit diesem Wein macht eine Entdeckungstour des östlichen Piemonts so richtig Freude!