Diese Lage hat Thomas Haag erst vor einigen Jahren erworben. Sehr alte Reben. Dies ist eine der auch von der Ausdehnung großen Spitzenlagen der Mosel mit fast mythischem Klang. Die Lage schließt sich an den Graacher Domprobst an und liegt in unmittelbarer Entfernung zur Wehlener Sonnenuhr. Sie ist sicherlich auch wegen Prüm eine der bekanntesten Lagen für Süßweine. Aber Thomas Haag macht hier ein Großes Gewächs, keinen restsüßen Wein. Das Himmelreich ist dunkler und kerniger in der Mineralität als die benachbarte Wehlener Sonnenuhr, die immer die große Feinheit ist. Thomas lässt die Großen Gewächse immer lange gären und es dauert lange, bis sie überhaupt filtriert und abgestochen werden, bis Anfang Juli. Dann werden sie im Spätsommer gefüllt. Die Nase dieses GGs ist klar und fein, aber durchaus intensiv. Von weißen, leicht grünlichen Früchten dominiert, aber gar nicht unterreif, sondern im besten Sinne schlank und fokussiert. Diese extreme Präzision der Weine von Thomas Haag ist schon erstaunlich, so geschliffen und direkt, steinig und pur in der Schiefermineralität. Aber zugleich ist es nie karg, hat immer auch etwas Verspieltes, Tänzerisches. Beim Himmelreich kommt noch eine geheimnisvolle, dunkle Mineralität durch, so ein ganz kühler Kern aus dunklem Gestein liegt in diesem Wein. Im kühlen, eher feinen 2024 ist das Himmelreich nicht so aromatisch-cremig wie 2023, sondern filigraner, leichtfüßiger. Es ist ein wunderbar zarter, trinkiger Riesling mit weißem Pfirsich, Minze, Feuerstein und Limettenzeste. Straffer, saftig-kühler Mund mit salzigem Kick im Nachhall. Die Mosel GGs sind 2024 relativ puristisch, filigran und sehr fein. Im besten Sinne authentisch, kühl und rassig wie 2008.