En Barberon ist eine der legendären Einzellagen von Tissot. Es ist ein Monopol und ein umfriedeter Clos, geprägt von schwerem Lias-Mergel. Neben dem filigraneren Gravières ist En Barberon eher das Powerteil. Die Lage, ein geschütztes Amphitheater auf tiefgründigem Boden, bringt traditionell Weine mit satter Kraft und einer fast öligen Textur hervor. Aber Stéphane wäre nicht Stéphane, wenn er diese Kraft nicht in ein Korsett aus purer, vibrierender Mineralität zwingen würde. Er wird ouillé, also stets aufgefüllt, in großen, alten Fässern ohne Schwefelzugabe ausgebaut. Feuerstein, rauchiger Schiefer und frisch geröstete Sesamsaat in der Nase. Dann bricht die Frucht durch: gelbe Birne, kandierte Zitronenschale, ein Hauch von Mango und Akazienhonig. Er ist viskos, reichhaltig und stoffig am Gaumen. Man spürt die Dichte des Mergelbodens in jeder Faser. Am Gaumen gelber Apfel, Quitte und eine rauchige Würze, die in ein Finale mündet, das nach purem flüssigem Kalk und Meersalz schmeckt. Er ist breitschultriger als Les Gravières, aber er verliert nie seine Linie. Wer die Kombination aus burgundischem Schmelz und der gnadenlosen, rauchigen Jura-Energie liebt, wird hier viel Spaß haben.