Insgesamt war es ein warmer Sommer an der Nahe und die Trauben waren hochreif am Ende, aber es gab phasenweise sehr kühle Nächte. Das Jahr hat nicht voll durchgepowert, was dann eben bei Fröhlich um Bockenau schon zu mehr Kühle in den Weinen geführt hat als in südlicheren Gefilden. Laut Tim Fröhlich sahen die goldgelben Trauben so schön aus wie 2011, auch fast alles wurde relativ zeitgleich reif von den Gutsweinen bis zu den GGs, da musste man verdammt schnell sein. Nicht zu viel entblättert, damit in der Hitzewelle im August starke Beschattung vorhanden war, dadurch hat man diese feine Spannung behalten. Komplett Handlese, alle Weine. Aber eben Vollgas. Die Lese begann am 15. September bis Ende September. Perfektes Lesegut, sehr hohe Reife bei relativ hoher Säure – das ist schon genial. Wie 2024 auch schon, alles im neuen Weingut gekeltert und vinifiziert wurden. Das erlaubt noch mehr Präzision und Fokus, weil dort alles genau nach Tims Vorstellungen und Arbeitsweise perfekt geplant wurde. Mehr geht dann wirklich nicht mehr. Die Hälfte der überwiegend wurzelechten Reben des Strombergs sind 80 bis 90 Jahre alt, teilweise sogar älter. Die andere ist um die 50 Jahre. Alte Reben, tiefe Wurzeln und kleine Beeren, pointierte Lese, dann war die Dichte und Kraft da. Das ist ein so fokussierter und krasser Jahrgang für Tim Fröhlich. Alles passt. Wilde Würze, noch mehr als 2024, strammer Säureantritt und dann diese vulkanische Pikanz drunter, Limettenzeste, Minze, grüner Pfirsich, alles steht wie eine Eins, nur vertikal nach oben. Es gibt in Tims 2025ern keinen Deut von Üppigkeit, obwohl sie so wahnsinnig viel Druck und Konzentration haben. Der Wein schiebt über den dunklen Feuerstein, unaufhaltsam, unermüdlich, immer vorwärts strebend. Die Mineralität lässt den Wein fliegen, er wirkt trotz seiner Power fein und elegant, es hat sich das Tänzerische behalten. Ein bisschen Freakstoff ist das schon, aber wie Fröhlich diese Puristik in diesem wuchtigen Jahrgang behalten konnte, ist echt ein Rätsel.