Der Jahrgang 2024 war mengenmäßig einer der kleinsten in der Geschichte von Familie Fürst, nur 18 hl/ha im Betriebsschnitt. Drei Weine wurden aufgrund von Frost sogar gar nicht produziert. Die Frostschäden waren durchaus gravierend in Bürgstadt und Klingenberg, in Astheim gab es hingegen kaum Frost, das hat dem Weingut dann immerhin noch gute Mengen liefern können. »2024 ist ein klassischer Jahrgang mit schöner Reife, gar nicht unähnlich zu 2023. Weit weg von den heißen Jahrgängen wie 2022 oder 2019. Aber auch weit weg von den kühlen Jahren wie 2013 oder 2014. Der Jahrgang lebt von seinen sehr niedrigen Erträgen.«, konstatiert Sebastian Fürst. Der Bürgstadter Berg zieht sich ins Erftal hinein, was ein kühleres Seitental des Maintals ist. Das kleine Flüsschen zieht sich vor Centgrafenberg und Hundsrück entlang. Hier ist es kühler als am Hang in Klingenberg. Der Gutsspätburgunder wächst zu über 90 Prozent in Bürgstadter Lagen, 30 bis 40 Jahre alte Reben in eigens dafür vorgesehenen Parzellen. Zudem gehen die jüngeren Reben aus den Bürgstadter Grands Crus hier mit ein. Es könnte eigentlich fast ein Bürgstadter Ortswein sein. Spontan vergoren mit rund 35 Prozent Rappenanteil und ausgebaut für 16 Monate in burgundischen Barrique-Fässern, überhaupt kein Neuholz. 2024 ist feingliedrig und kühl, er hat die typische dunkle Würze von Bürgstadt, Holzkohle, Graphit, dunkle Sauerkirsche, Schlehe, ganz hinten dann auch etwas süßere Himbeere. Eine zarte, schlanke und rassige Frucht, die von einer festen, dicht am Gaumen aufschlagenden Textur eingerahmt wird. Ein im Grunde ziselierter, kühler Spätburgunder mit dem Konzentrationsturbo aus den niedrigen Erträgen. Das ist Cool Climate-Pinot Noir wie er nur aus Deutschland kommen kann – mega! Für Pinot-Fans ein Gutswein zum Verlieben. Viele wären froh so etwas als Ortswein oder Erste Lage abzufüllen, das ist eine eigene Liga im Gutswein.