Roagna: Barolo Pira 2020
- Nebbiolo 100%
- rot, trocken
- 13,5% Vol.
- Trinkreife: 2028–2045
- tanninreich
- seidig & aromatisch
- Lobenberg: 97–98/100
- Parker: 95/100
- Suckling: 96/100
- Wine Spectator: 96/100
- Galloni: 95/100
- Italien, Piemont
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur: Roagna, Località Paglieri, 9, 12050 Barbaresco CN, ITALIEN
Heiner Lobenberg über:
Barolo Pira 2020
/100
Pira ist mit beinahe fünf Hektar Rebfläche Luca Roagnas’ größte Lage und zudem eine Monopollage. Von hier kommt sowohl der Langhe Nebbiolo, der Barolo – von den 40 bis 70 Jahre alten Reben – und der Vecchie Viti, von den ältesten Rebstöcken. Der Boden ist extrem komplex: zum Teil sandig mit Gesteinsbrocken, zum Teil blauer und grauer Mergel mit viel Eisen und Felsen. Von diesem Terroir kommen immer fantastisch elegante Weine. Das Faszinierende an den Roagna Weinen ist der Reifezustand nach vier, fünf Jahren. Dann zeigen sich Lucas Weine bereits von ihrer absoluten Schokoladenseite. Luca macht alle seine Cru-Lagen-Weine gleich: relativ späte Lese, denn die vollständige phenolische Reife hat bei Roagna einen wichtigen Stellenwert, um diese unglaubliche Finesse und die geschliffenen, feinen Tannine zu erreichen. Seitdem Luca 2010 seinen neuen Keller einweihte, kommen die Pira Trauben innerhalb von 1,5 Stunden aus dem Weinberg ins Fass. Schneller geht es wohl nirgendwo. Nach der Gärung bleibt der Trester zwei weitere Monate lang im Kontakt mit dem Wein, bevor er abgezogen wird. Im Anschluss folgen 5 Jahre Ausbau, davon mindestens drei Jahre in großen Garbelotto- Holzfässern, der Rest in Beton. Bei Garbellotto reift das Holz mindestens zehn Jahre bevor es in Weinfässer verwandelt wird, dadurch ist es mild und enthält keine bitteren Aromen mehr. Luca nutzt dennoch neue Holzfässer lediglich für seine Weißweine, und definitiv nie für Nebbiolo. Für die Roten steht der extrem langsame Austausch des Weins mit Sauerstoff im Vordergrund. Die Fässer sind 10 cm dick, also mehr als viermal so dick wie ein Barrique, dadurch ist die Oxidation eben extrem sanft und langsam. 2020 wurden die Trauben wie auch schon 2019 für diesen Wein komplett entrappt. In warmen Jahrgängen gibt Luca sonst eigentlich immer 5-7 Prozent Ganztrauben zur Gärung hinzu, um der Tanninstruktur etwas unter die Arme zu greifen. Mittleres, leuchtendes Rubinrot mit einem Hauch Orange. Luca Roagna schenkt diesen Barolo Pira erstaunlicherweise nach dem imposanten Barolo Rocche ins Glas. Der Wein hat eine opulent duftende, intensive, herbstliche Nase. Gefallenes Herbstlaub, Leder, Lorbeerblätter, zarte braune Gewürze und schwebende ätherische Kräuter. Erdige Noten von gebranntem Ton, rostigem Eisen‚ weißem Pfeffer und etwas noblem, weißem Trüffel. Erfrischende Noten von Orangenabrieb, etwas Blutorange und herrlich verführerischer Vanille – alle Aromen sind schwebend und fein. Kleine wilde Gariguette Erdbeeren, saftige rote Schattenmorellen. Die intensiv verwobene erdige eisenhaltige-Mineralik vibriert unnachgiebig aus dem Glas. Im Mund ist dieser Barolo Pira herrlich finessenreich. Wow, die Tannine sind wie ein samtiger, zarter Schleier, seidig geschliffen und rund. Erst nach dem Schlucken leben sie mit der erfrischenden Säure nochmals auf. Spannend, dieser Wein nimmt den ganzen Fokus komplett für sich in Anspruch! Hier möchte man wirklich genau aufpassen und keines der vielen Aromen verpassen! Gemischte rote Waldbeeren, zarte Aromen von Pflaumen und dezenter, leichtfüßig tänzelnder Würze. Erfrischende rote Johannisbeere, etwas Orangenabrieb und zarte, beinahe süß duftende Kräuter mit etwas Orange im Nachhall. Der Barolo Pira hat mehr Kühle Präzision auf der Zunge als der zuvor probierte opulentere, saftigere Rocche. Ein wunderschöner »Vin de Mediation«. Luca Roagna kennt die feinen Weine der Welt wie nur wenige andere. Dennoch mag er es nicht ganz so sehr gerne, wenn man seine Weine mit Burgundern vergleicht – schließlich hat das Piemont sein eigenes Standing! Aber diese ultra schöne Zartheit in Verbindung mit intensiver Erdigkeit erinnert mich einfach unglaublich stark an genial gute Burgunder auf Topniveau! Der Wein klingt in Wellen immer wieder und lange und saftig nach.
Jahrgangsbericht
Als Herzstück einer legendären Trilogie begeistert der Jahrgang 2020 im Piemont auf ganzer Linie. Dank eines harmonischen Sommers und kühler Septembernächte glänzen die Baroli und Barbaresci mit einer stattlichen, ungemein saftigen Fruchtfülle, reifer Struktur und einer wunderbar eleganten Ausgewogenheit.
/100
Parker über: Barolo Pira
Bearing the words Unico Proprietario on the front label to denote the family's monopole ownership of the Pira vineyard, the Roagna 2020 Barolo Pira comes from plots purchased in 1990, with vine age ranging from 35 to 60 years. The wine opens to delicate aromas of sweet cherry, dried blueberry and lavender with a subtle suggestion of red mint that carries through the wine's slow evolution in the glass. The palate is finely etched, lean and elegant with remarkable composure and precision. Like many of the Roagna 2020s, this wine favors transparency over sheer concentration. This has a production of 10,281 bottles.
/100
Suckling über: Barolo Pira
A restrained and austere Barolo with aromas of embers, graphite, dried cherries, red currants, potpourri and earthy minerality. Full-bodied, it shows firm, thick and velvety tannins and a savory, refreshing, lifted yet precise finish. Drink or hold.
/100
Wine Spectator über: Barolo Pira
This red is like a laser, yet there’s also a sappiness to its texture midpalate, with cherry, cranberry, rose hip, menthol and mineral flavors. Notable for its harmony, complexity and length, with an aftertaste that just keeps coming. Best from 2029 through 2047.
/100
Galloni über: Barolo Pira
The 2020 Barolo Pira is a powerful, tightly wound young Barolo. Dried herbs, incense, licorice, tobacco and crushed autumn leaves add layers of nuance. This starts open with a bit of coaxing, suggesting a few years in bottle or a good bit air will do the trick. The tannins are insistent, but also polished.
Roagna
Roagna liegt direkt in Barbaresco. Luca führt die Betriebsgeschichte des Familienweinguts mit seinem Vater. Nur 12 Hektar bewirtschaftet man. Diese aber mit größter Sorgfalt.