Lobenberg: Der Ausbau erfolgt in gebrauchten kleineren Fässern von François Frères. Die besten Ex-Chardonnay-Fässer. Komplett in 500 Liter und Barrique ausgebaut. Es gibt nur knapp 1000 Liter von diesem Wein. Der Annaberg ist eine berühmte Kalkstein-Lage oberhalb von Kallstadt, nahe am Waldrand gelegen. Sehr kühl, aber unglaublich gute Wasserversorgung durch die nahegelegene Waldquelle. Hier ist es immer grün. Der allerletzte Weinberg der gelesen wurde am 20. September. Nahezu frei von Frucht, cleane, total reife, aber ultrapuristische Art. Dicht verwobene Rauchigkeit. Enorm zupackende, reduktive Spannkraft in der Nase. Feuerstein, Streichholz, nobel und dicht verweoben. Nur ganz leicht Quitte, grüne Aprikose, reife Amalfizitrone. Sehr feiner, kristalliner und feingliedriger, aber auch gleichzeitig konzentrierter Mund. Es kommt etwas weniger druckvoll als die anderen GGs von Rings, bleibt eher auf der kühleren, eleganten Seite. Der Wein erinnert mich in diesem Jahr weniger an Chablis 1er Cru wie es 2021 war, das hat eher Puligny-Montrachet Anmutung. Sehr geradeauslaufende Puristik aber mit Dichte und Textur, etwas ausladender vielleicht als im letzten Jahr. Die leicht gelbe Frucht ist gleichzeitig so berauschend frisch und animierend, hat viel Ätherik von Melisse und Salbei im Kern, darunter vibriert die intensive Kalkstein-Mineralität. Sehr fest gebaut, der Wein packt zu und lässt auch nicht mehr los. Ein Riesling mit klarer Rings-DNA in seiner kompromisslos steinigen Art. Ein grandioser Stoff, irgendwo ein bisschen der Vorbote zum super-raren Kreid aus dem Saumagen in seiner extremen Mineralauslegung, bei aber gleichzeitiger Erhabenheit. Annaberg bewährt sich erneut als absolut großer Grand Cru. 98/100