Über die Jahre ist der Gutswein bei Rings immer seriöser geworden und deshalb kommt er auch jetzt erst im September auf den Markt. Der Wein wächst fast komplett in Kallstadt und im Grunde ist das eine extrem ernsthafte Visitenkarte. Wie auch schon in 2023, haben wir kein Edelstahl, der Wein wurde komplett im Holz ausgebaut. Es ist schon ein ausgesprochen grandioser Gutswein von den Rings Brüdern, der mich durchaus überrascht hat. Warum? Weil er so konsequent und kompromisslos ist! Die perfekte Visitenkarte für den puristischen, straighten Rings-Stil. 2024 war kühl und reif, nicht ganz so nass wie 2023. Der Jahrgang ist insofern einzigartig, weil die Säure so eine unheimliche Brillanz hat! Schon die Nase überzeugt eher mit mineralisch-zitrischen Nuancen als mit überbordender Frucht. Dazu ein bisschen Wildheit, die im Gutswein schon mutig ist, ich mag das. Zitronenschalen, etwas grüner und gelber Apfel und dazu für einen Gutswein bereits ungewöhnlich viel kreidig-steinige Anmutung. Sehr geschliffen und kühl. Der Mundeintritt ist ebenso straight wie saftig, ganz feine, reife Zitrusfrucht, auch hier etwas saftiger Apfel und grüne Birne, aber alles reduziert und dezent, nichts Lautes. Der geschliffene Mundeintritt wird von einer sehr feinen Säure getragen, die nicht scharf ist, obwohl der Wein schön trocken und so unbeirrt geradeauslaufend ist. Diese grandiose Saftigkeit macht den Wein ungemein lecker, obwohl er so ein Purist ist. So einen schicken Geradeausläufer als Visitenkarten auf die Flasche zu bringen ist mutig, aber absolut grandios.