Der Wein stammt aus Birkweiler, ist also quasi ein Ortswein, aber gleichzeitig auch ein Terroirwein, denn er kommt vom Rotliegenden, eigentlich ist das der »kleine« Kastanienbusch, denn da kommt er her. Rotliegendes bedeutet eisenhaltige Böden vulkanischen Ursprungs, das hat mit dem in der Region üblichen Buntsandstein gar nichts zu tun und zusammen mit dem Muschelkalk sind das die drei vorherrschenden Böden in der Südpfalz. Den Rotliegenden habe ich seit vielen Jahren und das ist in meinen Augen auch immer der spannendste der Terroirweine, weil er so unglaublich viel Druck hat, weil er eine hohe Säure hat und immer eine Frische zeigt. Obwohl der Kastanienbusch eigentlich mit seiner reinen Südhanglage einer der wärmsten und trockensten Standorte, dennoch hat er diesen irren Oszillographen. Die Säure ist immer stabil und taktgebend im Rotliegenden, dennoch ist sie samtig und total reif. Sehr feines, rauchiges, karges Bouquet. Wildkräuter, Haselnuss, Weinbergspfirsich, vollreif aber gar nicht schwer, drückend, einfach nur grandios elegant und frisch ohne Ende. Dann auch etwas weißer Pfeffer darüber. Der Rotliegende ist der komplexeste und kompletteste Wein am Ende des Tages, aber so anders als der Muschelkalk. Genau wie letztes Jahr ist das wieder einer der besten Ortsweine des Landes, der weit über diese Kategorie hinausgeht. Der Vom Rotliegenden hat einen unglaublichen Grip und der Muschelkalk ist der seidiger, charmanter. Alle sind superspannend und so verschieden.