Rebholz, Ökonomierat: Riesling Im Sonnenschein Großes Gewächs 2024

Rebholz, Ökonomierat: Riesling Im Sonnenschein Großes Gewächs 2024

BIO

VDP

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2028–2048
voll & rund
frische Säure
mineralisch
Lobenberg: 97–98/100
Suckling: 95/100
Weinwisser: 96–98/100
Galloni: 95/100
Giuseppe Lauria: 94/100
Deutschland, Pfalz
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Im Sonnenschein Großes Gewächs 2024

97–98
/100

Der Weinberg »Im Sonnenschein« liegt in Siebeldingen. Die sind hier die ältesten Rieslingreben von Rebholz. Sie stehen komplett auf Muschelkalk, also ganz anders als im Kastanienbusch mit seinem Rotliegenden. Eine der sehr wenigen reinen Muschelkalk-Lagen der Pfalz. Hochgelegen, kühl und windoffen. Unter der Schicht Muschelkalk befindet sich schneeweißer, purer Kalk wie in den Dolomiten. Manchmal kann Kalk einen etwas charmanteren Weintyp ergeben, aber hier haben wir genau das Gegenteil. Chablis-artige Spannung in der Nase. Reife Zitrone, zerstoßener Kalkstein, Mirabelle, feine Kühle und schon eine salzige Anmutung in der Nase wie von einer Meeresbrise. Die 2024er von Rebholz zeichnet aber eine grandiose Offenheit aus. Sie wirken glasklar und fokussiert, sind schlank, aber gleichzeitig auch irgendwo sehr definiert und druckvoll in ihrer Kargheit. Im Mund dann mit beeindruckender Präzision und Tiefe. Klirrende, fast scharfe Mineralität verbindet sich mit saftiger Frucht. Gelber aber auch grüner Apfel, dazu noch leicht grünlich wirkende Aprikose. Straff, engmaschig und brillant. Reife Limette auf Salz, dazu kohle Kräuternoten. Kalk kleidet den Mund leicht cremig aus, die Gerbstoffe sind zupackend, die Säure spielt immer mit. Zarte Ingwerschärfe, Quittenschale und salzige Länge bis zum Abwinken. »Im Sonnenschein« hat die Präzision und kalkige Kühle von einem großen Chablis, vermischt mit der steinigen Wildheit eines Pechstein. Das ganze dann aber im hellen Kleid, nicht auf dieser tiefdunklen Stein-Mineralität laufend. Unheimlich lang, wirklich grandios und mit Potenzial für sehr viele Jahre – ein großer Riesling vom Kalk.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

95
/100

Suckling über: Riesling Im Sonnenschein Großes Gewächs

Yellow grapefruit and Mirabelle plum aromas pull you into this very well-structured, concentrated, medium-bodied dry riesling. Very long, elegant finish with pronounced chalky minerality. From biodynamically grown grapes with Respekt certification. Drink or hold.

96–98
/100

Weinwisser über: Riesling Im Sonnenschein Großes Gewächs

Fein, klare Frucht, wenngleich sehr verhalten, angetrocknete Hefe. Straff, mineralisch mit satter Frucht.

95
/100

Galloni über: Riesling Im Sonnenschein Großes Gewächs

The 2024 Riesling Siebeldinger Im Sonnenschein Grosses Gewächs was made from over 60-year-old vines grown on Triassic limestone. Subtle smoke clings to lifted lemon, leading to a most luminous, salty lemony palate. This benefits from the smoothing effect of limestone and an inherent creaminess that makes the body seem rounder. This is an ultra-fine, ultra-svelte 2024 with such depth. (Bone-dry),,,

Mein Winzer

Rebholz, Ökonomierat

Der Wahlspruch von Hansjörg Rebholz vom Weingut Ökonomierat Rebholz in Siebeldingen lautet: Keine Kompromisse! Dass er damit nicht schlecht fährt, zeigen zahlreichen Auszeichnungen und nicht zuletzt seine Weine, die mit zu den besten gehören, die man in der Pfalz bekommen kann.

Riesling Im Sonnenschein Großes Gewächs 2024