Lobenberg: 90% Grenache 5% Mourvedre 3% Syrah 2% Cinsault. Die Grenache ist bis zu 100 Jahre alt. Überwiegend Ganztraubenvergärung mit natürlicher Hefe. Vergärung und Ausbau komplett im Zementtank, der Wein hat nie Holz gesehen. Bemerkenswert ist, dass beide Usseglios ihre Topweine ausschließlich im Zement ausbauen, um die reine Frucht zu bewahren. Sehr intensiv, wow, aber sooo fein, schwebend zarte rote Beerenfrucht, aber auch schwarze und rote Kirsche darunter. 2021 hat ja diesen klar burgundischen Einschlag, diese saftig-vibrierende Kirschigkeit und dieses total seidig-frische Tannin. Alles ist saftig, spannungsgeladen und geschliffen. Aber die Cuvée Imperiale ist für den Jahrgang schon ein ziemlicher Kracher, es ist zwar weniger auf der Struktur laufend als 2019, aber dennoch muss man aufpassen, dass man nicht aus der Kurve getragen wird von diesem Stoff. Sehr lang auf seiner beerigen Cremigkeit ausklingend, etwas Teer und süßer Schwarztee kommt dazu, auch Tabak und Dagegen muss die immens üppige schwarze und rote Frucht kämpfen, um nicht unter der Struktur unterzugehen. Der Wein ist zwar nicht fett, aber doch ein pikanter Blockbuster. Im Nachhall kommt die Feinheit: rote Kirsche mit konzentrierter Walderdbeere und Waldhimbeere. Auch hier verbleibt eine salzige Spur auf der Zunge. Zimt, Orangenschale, feiner Bitterstoff hallen über zwei Minuten nach. Der Wein braucht viel Zeit um die Frucht eindeutig in den Vordergrund zu schieben. 97-98+/100