In diesen Wein gehen Trauben aus 23 verschiedenen Parzellen auf 450 bis 600 Höhenmetern in Laguardia, somit ist er der einzige Wein des Weinguts, der nicht zu 100 Prozent aus einer Einzellage stammt. Nach der Gärung im Stahltank folgen 12 Monate in gebrauchten französischen Barriques. Tiefes, beinahe undurchsichtiges Rubinrot mit einem Touch Violett. Die Nase dieses Tempranillo ist von tiefdunkler, druckvoll schiebender Frucht und eleganter Würze gezeichnet. Saftige reife Brombeer-Coulis, Schlehen und Schwarzkirschen mit einem erfrischenden Touch Hibiskus und Veilchen-Likör. Die dunkle Erdigkeit spielt gleich stark 1:1 gegen die Frucht. Teer, Graphit, frisch gedrehte rote Erde. Selbst der Holzausbau steht diesem Wein wirklich nicht auf die Stirn geschrieben – alles ist ultra fein verwoben. So soll ein moderner, wohldefinierter Rioja sein! Im Mund kommt die Überraschung, denn dieser Stoff ist mit spannender, fesselnder Frische der Höhenlagen ausgestattet, die dieses Powerteil in Kombination mit der vielschichtigen dunklen Würze in harmonischer Balance auf der Zunge brummen lässt. Wieder viel dunkle Frucht, aber alles ist eher knackig und frisch, nichts ist süß. Dunkle Waldbeeren mit immens schiebender Schwarzkirsche, dunkler Schokolade, Lakritz, Piment, etwas Wacholder und Zedernholz. Die Tannine sind beinahe pudrig fein geschliffen und verteilen alle Aromen ebenmäßig auf der Zunge. Ein Rioja-Allrounder, der jedes Vorurteil entwaffnet – dieser Stoff ist unglaublich verführerisch und liefert Trinkfreude. Ein erstaunlich eleganter Knaller!