Perrin / Beaucastel: Roussanne Vieilles Vignes 2024
- Roussanne 100%
- weiß, trocken
- 14,0% Vol.
- Trinkreife: 2031–2064
- Verpackt in: 3er OHK
- voll & rund
- exotisch & aromatisch
- Lobenberg: 98–100/100
- Parker: 97/100
- Suckling: 97/100
- Decanter: 98/100
- Galloni: 96/100
- Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur:
Perrin / Beaucastel, La Ferriere - Route de Jonguières, 84100 Orange, FRANKREICHZutaten:
Trauben Säureregulatoren: Weinsäure (E334) Konservierungsstoffe / Antioxidantien: Sulfite (E220–E224), Ascorbinsäure (E300–E302 / E304) Stabilisatoren: Gummiarabicum (E414; E423) Gase und Packgase: Stickstoff (E941), Kohlendioxid (E290) Sonstige: Kaliumbisulfit, Carboxymethylcellulose100ml enthalten durchschnittlich Brennwert 79 kcal / 328 kJ Kohlenhydrate 0,9 g Zucker 0,2 g Enthält geringfügige Mengen von Fett, Fettsäuren, Eiweiß, Salz
Kauf ganzer 3er-Gebinde inkl. Holzkiste
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Heiner Lobenberg über:
Roussanne Vieilles Vignes 2024
/100
Lobenberg: Das ist der älteste Plot auf Beaucastel. Ein Großteil wurde 1908 gepflanzt, aber schon als der Urgroßvater Beaucastel übernahm, standen hier alte, veredelte Roussanne. Wir sind hier also wirklich bei einem durchschnittlichen Alter von 120 Jahren und mehr. Hier gibt es auch noch sandigere Böden für die ultimative Feinheit. Winzige Erträge unter 20 Hektoliter pro Hektar. Das gleiche Rezept wie beim Châteauneuf Blanc: Ganztraube angequetscht, für einige Stunden in der Presse belassen, langsam abgepresst und dann spontane Fermentation komplett im Barrique. Hier ist es 80 Prozent neues Holz. Die malolaktische Vergärung erfolgt danach, aber nur bei ungefähr 50 Prozent der Fässer. Das famose an diesem Wein ist, und deshalb ist es einer der ganz großen Weißweine der Welt, dass er trotz dieses riesigen Anteils an neuem Holz und 100 Prozent Roussanne, die ja normalerweise durch ihre rosmarinartige, üppige, exotische Schwere auffällt, so unglaublich leicht und animierend sein kann. Und das traf lange nicht mehr so sehr zu wie 2024! 2024 ist ein wirklich berauschendes Jahr für die Weißen an der Südrhône. In Rot kann es auch stark sein, da war es aber durchwachsener, in Weiß gefallen mir die allermeisten Weine super. Nachdem der Beaucastel Blanc 2024 schon ein Hammerteil ist, war es sehr klar, dass die Roussanne auf allen Zylindern feuern würde… nur eben nicht in Sachen Opulenz, sondern in wahnwitziger Finesse und Spannkraft. Der Wein hat in 2024 etwas Dunkles, fast Graphitartiges, wir sind nicht weit von Pouilly-Fumé oder dem Schiefer eines Nahe-Rieslings entfernt in der Mineralität. Das ist schon sehr erstaunlich. So viel reduktive, rauchige Spannung hat er selten. Mit Luft kommt mehr von der gelbfruchtigen Wucht der Roussanne durch, kommt die Quittenbirne mit Thymianblüten und grüner Mandarine, mit brauner Butter, Pinienkernen und grüner Olive. Ein ziemliches Powerteil ist auch 2024, nicht fett, aber schon hochintensiv. Ganz viel Schub im Mund. Die pikante Ingwerschärfe zieht lange nach, Lakritze rollt rein. Der Wein ist scheinbar unendlich lang, obwohl er in 2024 schlanker ist als in allen Vorjahren. Geht einfach immer weiter, zieht in die mit Eukalyptus und Menthol beladene Unendlichkeit. Ein singuläres Ereignis – und für mich der faszinierendste VV der letzten Jahre.
Jahrgangsbericht
Wir springen in den letzten Jahren zwischen Jahrgängen der Moderne, wie 2020 und 2022, die heiß und extrem trocken sind, und solchen Jahren wie 2019, 2021 und 2024, die eher klassisch anmuten und vergleichbar kühl sind, wie es in den 1990er Jahren war. Der ganz große Unterschied ist, dass die besten Winzer heute ein Klima, vergleichbar mit vergangenen Jahrzehnten mit kühlen, regenreichen Sommern, später Lese und moderater Traubenreife, durch ihren genialen Weinbau viel besser ausbalancieren können. Aber das ist eben nur bei den Besten der Fall – da trennt sich die Spreu vom Weizen immer mehr. Viel Manpower, Laubarbeit, gestaffelte Lese, Schnelligkeit und rigoroses Sortieren machen dann den Unterschied zwischen Weltklasse und mittlerer Katastrophe – das gilt vor allem für die Südrhône. Für uns als Händler heißt das noch kompromissloser Einkaufen und sich weiterhin nur auf die handwerklich besten Winzer und großen Lagen zu fokussieren… Gerade die späte Lese und die daraus resultierende lange Hangzeit am Stock brachten aus diesem etwas kühleren, feuchteren Sommer bestenfalls ein so gigantisches Aromenfeuerwerk hervor, dass ich manchmal aus dem Staunen nicht herauskam. So eine aromatische Wucht! Solch einen dramatischen Druck und einen Reichtum an feinsten Facetten habe ich absolut nicht erwartet. Aber die ersten Primeurs 2024 bei den Großmeistern der Rhône wie Tardieu, Chapoutier, Ferraton, Clos des Papes und Co haben mich vielfach umgehauen! *** Südrhône – durchwachsen, aber spannend: 2024 war an der Südrhône geprägt von extrem hoher Feuchtigkeit im Winter wie im Frühling und auch der Sommer war eher durchwachsen. Extrem viel Mehltau-Befall bei Grenache und noch mehr bei Mourvèdre war die Folge. Dementsprechend gab es extrem kleine Ernten, weniger als 50 Prozent eines Normaljahres. Nur die sehr alten Reben bei gleichzeitig sehr späten Lesezeitpunkten brachten hervorragende Ergebnisse. Das setzte perfektes Terroir voraus. Trennte sich schon 2023 die Spreu vom Weizen, so gibt es 2024 im Süden vielleicht weniger als 10 Prozent echte Top-Erzeuger; 90 Prozent scheinen qualitativ eher mittelmäßig geraten zu sein. Die Rotweine der Region um Châteauneuf fallen eher hellfarbig aus, deutlich von der Grenache geprägt: beschwingt, duftig und fein. Weniger Power, sondern aromatisch-tänzelnde und alkoholärmere Weine mit zum Teil grandioser Aromatik. Die Allerbesten können eine Reminiszenz an große Weine aus dem Jahr 1978 sein. Wirklich grandios, satt in der Farbe, dennoch alkoholarm, fein, blumig verspielt und aromenstark sind aber eher die besten Weine aus Gigondas vor Rasteau und Vacqueyras mit grandios ausfallenden Syrah-Anteilen, die das kühlere 2024 mehr mochte. Auch die Villages Séguret und Vinsobres sind stark im Kommen! *** Nordrhône 2024 – Syrah-Weltklasse wie 2010: Maxime Chapoutier, Sohn der Rhône-Legende Michel Chapoutier, vergleicht den Jahrgang 2024 an der Nordrhône am ehesten mit 2010 – diesem kühlen, hochmineralischen, brachial fokussiert geradeaus laufenden und in der Jugend etwas unnahbar-steinigen Charakter. Und wer heute das Glück hat, die bestbewerteten 2010er Rhône-Weine im Glas zu haben, bekommt einen Vorgeschmack, wie überragend sich die 2024er in bester Trinkreife dann präsentieren können. Einige der besten 2024er brauchen sicher etwas mehr Zeit, sind in der Jugend nicht so opulent-charmant wie 2023 oder 2022, sondern von vornherein feiner, seidiger, rassiger und energetischer ausgelegt. Sie sind unglaublich fein und elegant, dennoch wahnsinnig dicht verwoben, mit engmaschigen, seidig-üppigen Tanninen. 2024 ist wirklich ein so schickes Jahr wie eine reifere Turbovariante des kühlen 2021 mit einem Touch der großen 2019er drin. Die Weine zeigen eine überraschend hohe Farbdichte, mit viel Violett. Schon daran sieht man, dass es trotz Kühle und moderatem Alkohol alles andere als ein dünner Jahrgang ist. Viele pfeffrige Noten, samtig-dichte und wollüstige Tannine. Üppige, beeindruckende Rotweine ohne viel Fett, aber dennoch tief, reif und fein, dabei bei sehr moderatem Alkohol eine gewaltige innere Dichte. Moderner Weinbau trifft das Klima der 1990er Jahre – großes Kino. *** Für die Weißen deutet sich gar ein durch die Bank grandioses Jahr an – deutlich feiner und rassiger als das mediterrane 2022, eher wie 2021 mit 2019, also ziemlich Best of the Best. 2024 kann im Weißwein-Bereich sicher unter den größten Jahren rangieren, da sind sich die meisten Winzer jetzt schon einig.
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Parker über: Roussanne Vieilles Vignes
-- Parker: The 2024 Chateauneuf du Pape Roussanne Vieilles Vignes is broad and dramatic, bursting with aromas of smoke, spices, ripe white fruits, confit citrus and nutmeg. Full-bodied, layered and unctuous, with a fleshy, enveloping core of fruit framed by saline acidity, it’s a terrific white wine—and a strong contender for wine of the vintage.
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Suckling über: Roussanne Vieilles Vignes
-- Suckling: So rich and dense yet so precise and delicate, this is a miraculously balanced white Chateauneuf-du-Pape. I love the aromas of floral honey and beautifully ripe melon, and on the medium- to full-bodied palate the subtle spicy notes are a delight. Super-long and super-elegant finish. From organically grown grapes. Drink or hold.
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Decanter über: Roussanne Vieilles Vignes
-- Decanter: Citrussy aromatics this year – satsuma and pink grapefruit with a touch of pickled ginger. Powerful but very tense, showing lovely intensity and salinity. Vibrant, not overly fat or alcoholic and the oak is well judged. You could drink this now, but it will age very well. Matured in 50% new and 50% one-year-old barrels.
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Galloni über: Roussanne Vieilles Vignes
-- Galloni: The 2024 Châteauneuf-du-Pape Blanc Roussanne Vieilles Vignes is the white wine of the vintage. Fragrant chamomile, linden blossom, lemon flesh, jasmine and a trace of cedar are all pushed forward. Herbal tea adds even more complexity. Perfumed and refined, the full-bodied 2024 caresses the palate with impressive intensity and vibrancy, closing with a sleek saline touch on the long, focused finale.
Famille Perrin
Beaucastel ist ganz sicher seit Jahrzehnten der Primus inter Pares in der südlichen Rhone und einer der wenigen Betriebe, der für den roten Chateauneuf noch alle 13 zugelassenen Traubensorten verwendet.