2024 ist ein wirklich berauschendes Jahr für die Weißen an der Südrhône. In Rot kann es auch stark sein, da war es aber durchwachsener, in Weiß gefallen mir die allermeisten Weine super. Dieser Châteauneuf-du-Pape blanc besteht immer zu 80 Prozent aus Roussanne, der Rest ist Bourboulenc, Clairette, Picpoul, Picardan und ein kleines bisschen Grenache Blanc, also alle erlaubten weißen Rebsorten – ohne Unterspielarten. In diesen 80 Hektar auf Beaucastel gibt es einen Plot, in dem alle Weißweinreben zusammen stehen. Hier ist es ein klein bisschen sandiger als im Rest, um noch feinere Weine zu erzeugen. Alle Ganztrauben werden ca. 2-3 Stunden in der Presse belassen, bevor gepresst wird, um ein bisschen Skin-contact zu haben. Dann wird gepresst, und der ungefilterte Saft geht ins große Fuder, wo eine spontane Fermentation stattfindet. Danach Überführung in zu einem Teil neue Barriques und viele Zweit- und Drittbelegungen. Dieser 2024er bläst mich fast vom Stuhl. Feine Reduktion, etwas Hefe, Feuerstein. Hallo?! Sind wir noch in Châteauneuf?! Enormes Spannungsfeld, geradezu elektrisierend, nicht so üppig wie die Vorjahre. Nein, kein Honig und nichts, sondern brachialer Zug in Relation zur Reichhaltigkeit des Südens. In der Nase Zitronentarte, Meringue, Zitronenthymian, Orangenblüte, ganz hinten ein Touch Mandarine und sizilianische Blutorange. Das ist für Châteauneuf unglaublich fein und geradlinig. Läuft dermaßen geradeaus, dass man blind selbst die Nordrhône noch für zu warm halten könnte für diesen Wein.