Die Lage Sciaranuova liegt auf knapp 850 Metern über dem Meeresspiegel. Sciaranuova heißt soviel wie »Neuer Lavafluss«, der direkt links neben der Lage erkaltete. Hier befindet sich der steinigste Boden aller Passopisciaro Lagen, der mit viel Kies durchzogen ist und die Reben müssen durch diese Kargheit wirklich leiden, was sie zu großer Leistung anfeuert. Der Kampf der Reben verleiht dem Wein Tiefe und viel Extrakt. Die circa 60 bis 70 Jahre alten Nerello Mascalese Reben stehen auf dieser kleinen, knapp einen Hektar großen Lage. Die Erträge sind stets klein, zwischen 15 und 20 Hektolitern pro Hektar. Wie bei allen Contrada Weinen wird auch hier der Wein nach der Gärung im Stahltank alle zwei Monate umgezogen und wechselt zwischen Holz und Beton. Die Nase spiegelt das herausfordernde Terroir wider, sie ist enorm steinig und voller explosiver Mineralität mit zarter Minze und Kräuteraromen auf erfrischend roter Beerenfrucht. Im Moment ist der junge Wein an der Nase eher karg und geradlinig. Der Wein fühlt sich an wie eine zusammengedrückte, unter Spannung stehende Feder. Da ist so viel Potenzial versteckt. Mit etwas Flaschenreife wird die Feder garantiert auseinanderspringen und das Potenzial des Weins freigeben. So ein spannender Wein! Im Mund ist das vielleicht die saftigste Contrada. Mmmmh, man möchte sich geradezu rein legen. Dabei türmen sich die ultra feinen Tannine erst ganz langsam zu einer monumentalen Struktur auf. Orangenschale und Zitrusfrüchte spielen mit reifen Kirschen und kalkiger Würze. Von allen Contrada-Lagen: second best, but close to the top. Von diesem großen Wein werden ungefähr 2.000 Flaschen gemacht.