Wir sind jetzt im Cornas in der Fortsetzung von Saint-Joseph. Also sehr viel Sonneneinstrahlung. Die Mischung im Boden ist Granit mit Kreide. Eine sehr interessante Zusammensetzung. Die Nase zeigt druckvolle weiße Steinobstfrucht. Sehr viel weißer Pfirsich, aber auch weiße Birne und sehr viel Stein. Geradlinig und mit extrem feinem Schliff. Leichte Krautwürze darunter. Dann ein extrem spannungsgeladener Mund. Hier haben wir den Gegenspieler zum weißen Crozes-Hermitage. So viel Gestein, so viel Druck, So viel salzige Mineralität, Spannung und Schärfe! Unglaubliche Power… Ich muss noch Luft lassen für den weißen Hermitage, aber ich bin von diesem Saint-Péray total begeistert. Der Wein ist mindestens auf dem gleichen Level wie der Cozes-Hermitage Blanc, ja sogar eine Spur darüber. Und einer der besten Saint-Péray, die ich bisher probiert habe. Jahrgang 2021 kommt wieder hoch. Ich bin vollends begeistert! Ganz am Ende ist er vielleicht sogar dem 2021er noch einen Hauch überlegen. Ganz großer Stoff! *** Wie so oft profitieren die Weißweine in schwierigen Wetterverhältnissen noch mehr als die Rotweine. Eine geringe Ernte aus gesundem Lesegut führte 2024 generell zu sehr aromatischen, aber auch sehr geradlinigen Weißweinen mit toller Frische, guter Reife und großer Harmonie. Die Aromatik ist nicht so dramatisch überwältigend wie 2023. Die 2024er Weißweine ähneln im Norden wie im Süden deutlich mehr dem Jahrgang 2021, großer Linearität und sauberer Definition. Das Ganze ist mit einer sehr guten Aromatik versehen und macht 2024 zu einem sehr klassischen, hochwertigen Weißwein-Jahrgang, ohne an die Dramatik von 2023 anzuschließen. *** Tardieus Saint-Péray kommt vom Rand des Cornas-Bergs aus zwei verschiedenen Lagen, überwiegend mit Kalksteinböden. 65 Prozent Marsanne und 35 Prozent Roussanne. Die Marsanne-Reben sind über 100 Jahre alt, die Roussanne-Reben über 40 Jahre. Nach der langsamen Ganztraubenpressung wird der Most spontan im neuen Barrique vergoren. Die Malo und der zwölfmonatige Ausbau geschehen ebenfalls in Barriques, teils neues Holz, teils Zweitbelegungen. Kein Schwefel in den ersten 6 Monaten. 13,5 Volumenprozent Alkohol. Keine Schönung und Filtration vor der Füllung in die Burgunderflaschen. Seit dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält.