Anders als der weiße Crozes-Hermitage ist der wärmere Hang von Saint-Joseph für eine sehr viel cremigere, rundere, üppigere Nase verantwortlich. Weißes Steinobst, aber das Ganze von der Marsanne geprägt. Also die erwartete cremig-weiße Pfirsichnase. Duftig, betörend und charmant… Im Mund dann eine etwas undefinierte, zupackende Tanninstruktur von Maischestandzeiten. Auch viel Gestein aus Granit. Eine leichte Schärfe dazu, sehr viel Druck aufbauend. Aber anders beim weißen Crozes-Hermitage stimmen hier der Druck, die Mineralität, die Länge und die cremige Frucht nicht so sehr überein. Deswegen etwas holperig. Nase und Mund stehen nicht in großer Harmonie. Dafür ist der Wein im Mund einfach viel zu druckvoll und in der Nase viel zu charmant. Aber wenn ich ehrlich bin, finde ich weißen Saint-Joseph nie so großartig wie weißen Hermitage oder Crozes-Hermitage. Für mich klar dahinter zurückbleibend. *** Wie so oft profitieren die Weißweine in schwierigen Wetterverhältnissen noch mehr als die Rotweine. Eine geringe Ernte aus gesundem Lesegut führte 2024 generell zu sehr aromatischen, aber auch sehr geradlinigen Weißweinen mit toller Frische, guter Reife und großer Harmonie. Die Aromatik ist nicht so dramatisch überwältigend wie 2023. Die 2024er Weißweine ähneln im Norden wie im Süden deutlich mehr dem Jahrgang 2021, großer Linearität und sauberer Definition. Das Ganze ist mit einer sehr guten Aromatik versehen und macht 2024 zu einem sehr klassischen, hochwertigen Weißwein-Jahrgang, ohne an die Dramatik von 2023 anzuschließen. *** 13 Prozent Alkohol. 85 Prozent Marsanne und 15 Prozent Roussanne. Rund 40 Jahre alte Reben aus drei Granit-Lagen. Ganztraubenpresse und 12 Monate in neuem und zweijährigem Burgunder Barrique auf der Feinhefe ausgebaut ohne Batonage, es wird eine Malo durchgeführt. Gefüllt ohne Schönung und Filtration. Diam-Kork.