Der Hermitage zeigt deutliche verbrannte Noten vom neuen Holz. Aber diese Frucht aus Méal kann diese Power auch durchaus vertragen. So intensiv, schwarz und reich! Veilchen – überwältigend blumig und dann ganz viel Druck aus süßer Maulbeere, feiner schwarzer Kirsche und Cassis. Aber nicht süß, sondern wie 2022 als Jahrgang ist: extrem fein, verspielt und voller Harmonie. Schon in der Nase sind die Tannine seidig und samtig. Nichts ist üppig. Der Mund ist wahnsinnig geschmackvoll. Ich bin verblüfft… so unglaublich lecker! Satte, konzentrierte schwarze Kirsche, mit Maulbeere, etwas süße Feige und Veilchen. Blumig und reich. Sanddorn und Mango dahinter, auch ein bisschen Wacholder. Eine schöne Schärfe von den Rappen auf der Zunge. Ein Hermitage auf dem gleichen Level wie der Méal von Ferraton, nur mit einer etwas anderen Ausprägung wegen dem Anteil Rappen und dem größeren Anteil Neuholz. Das ist genialer Stoff! Mit das Beste, was die Nordrhône zu bieten hat. 100/100 *** Der Hermitage von Tardieu besteht natürlich zu 100 Prozent Petite Syrah. Oder Serine, wie die uralte, kleinbeerige Form der Syrah hier genannt wird. Die Reben sind 60 Jahre alt. Die Trauben wachsen in verschiedenen Einzellagen im Hermitage-Berg: Méal, Pierrelles, Dionnières. 14 Volumenprozent Alkohol. Ein Drittel der Trauben wird nicht entrappt. Die Spontangärung geschieht im Barrique, der Ausbau für 12 Monate in Barriques, 40 Prozent neues Holz. Danach wird der Wein weitere 12 Monate ins große Doppelstück von Stockinger gelegt. Keine Schönung und Filtration vor der Füllung in die authentischen Burgunderflaschen mit Naturkork.