Condrieu ist 2023 zusammen mit Côte-Rôtie eine absolut begünstigte Appellation, weil die Wetterkapriolen hier nicht zugeschlagen haben. Im Gegenteil, die beiden Appellationen dürften in 2023 eines der großen Allzeithochs erreicht haben. Die Nase ist typisch Viognier – diese Cremigkeit, die etwas an einen großen, reifen Grünen Veltliner erinnert. Allerdings ohne jegliche Noten von Botrytis, sondern eher druckvoll, reich und schiebend. Mit süßen Blumen, Honig und Karamelle. Süße Früchte von Maracuja über süße hochreife Quitte bis hin zu sehr reifem, gelbem Steinobst. Das Ganze von Kalkstein und Kreide unterlegt. Ein großer, schiebender, dichter Wein. Im Mund wird das aufgefangen von einer immensen Chilischärfe und präsenter Limette, was mich in der deutlichen Ausprägung sehr erstaunt. Der Gegensatz zur süßen Opulenz und zur Exotik ist famos und fängt den Wein in grandioser Balance wieder ein. Super komplex! Kalkstein, Kreide, Sahne, Salz und Blumen, dazu reife Maracuja mit der typischen, immensen Säure und dazu sehr reife gelbe Aprikose. Unglaublich pikant und lecker! Dann auch ein kleines Karamell-Honig-Schwänzchen… Harmonie in einer sehr abgehobenen Form. Dieser Wein wird altern können, es ist ein großer Condrieu. Ich bin hin und weg und ich glaube, dass das vielleicht sogar der beste Weißwein der Tardieus in diesem Jahr ist. Vielleicht auch im Rahmen aller Condrieus aus diesem Haus einer der besten der Geschichte. 100/100 *** 100 Prozent Viognier aus über 50 Jahre alte Reben. 14 Alkohol. Der Wein kommt aus fünf verschiedenen Terroirs. Ganztraubenpresse, dann Spontanvergärung und Ausbau auf der Feinhefe für 10 Monate im neuen und einjährigen Burgunder-Barrique. Keine Schönung und Filtration. Diam-Kork.