2024 gab es an der Ahr herbe Frostverluste, bei vielen Weinen lag der Ertragsverlust bei über 50 Prozent, teilweise auch noch viel mehr. In 2024 ist daher auch alles nahezu vollständig entrappt, weil die Rappen oft nicht voll ausgereift sind. Davon abgesehen war es ein kühleres, feineres Jahr. Auch das Neuholz wurde nochmal etwas zurückgefahren für den recht feinen Jahrgang, damit es nicht overpowering wird – es sind nur rund 20 Prozent. Es gibt nur etwa ein Drittel einer normalen Menge in 2024, knappe 70 Prozent Verlust sind schon heavy. Der Pfarrwingert 2024 ist dicht verwoben und zeigt feine Schießpulvernoten, schwarzer Pfeffer, zerstoßener Schiefer, Kirschkerne und dunkelrote Herzkirsche, auch feine kräuterige Noten. Das ist kein übermäßig fruchtiger Wein, sondern eher ein straffer, engmaschiger Steinwein, den man sich mit Luft und Zeit erschließen muss. Das ist noch kühler und straffer als 2023, hat aber fast mehr Dichte, was ich gar nicht unbedingt erwartet hätte. Trotz wenig Neuholz und keinen Rappen ist das ein satter, druckvoller Wein in 2024. Das ist Spätburgunder mit tiefem Terroirabdruck, für fortgeschrittene Genießer, nichts was man sich mal eben nebenbei genehmigt. Näkels werden immer konsequenter in ihrer Art. Das ist grandios, eine unverkennbare Handschrift und sehr stilsicher. 2024 greift diesen kühlen, steinigen Stil perfekt auf. Das sind schon hochfeine Pinots dieses Jahr, dennoch haben sie eine satte aromatische Intensität.