2024 gab es an der Ahr herbe Frostverluste, bei vielen Weinen lag der Ertragsverlust bei über 50 Prozent, teilweise auch noch viel mehr. In 2024 ist daher auch alles nahezu vollständig entrappt, weil die Rappen oft nicht voll ausgereift sind. Davon abgesehen war es ein kühleres, feineres Jahr. Auch das Neuholz wurde nochmal etwas zurückgefahren für den recht feinen Jahrgang, damit es nicht overpowering wird – es sind nur rund 20 Prozent. Vom Kräuterberg GG 2024 gibt es ungefähr die Hälfte der Menge eines Normaljahres. Der 2024er Kräuterberg hat – vor allem neben dem etwas reduktiveren Pfarrwingert probiert – eine etwas üppigeren, voluminöseren Ausdruck. In der Nase Edelbitterschokolade, Brombeere, zerstoßene Kirschkerne, ganz hinten dann frischer Thymianstrauch. Enorm intensiv, fast reich für so einen kühlen Jahrgang. Es bleibt schon eleganter und feiner als etwa ein strukturiertes 2022, keine Frage, entwickelt aber überraschend viel Dampf aus der Mitte. Süße Erdnoten, wieder etwas Kakao, süßer Schwarztee, Graphit. Die Tannine sind feinsandig, schmecken nach warmem Stein, herbsaftig. Der Kräuterberg hat eine faszinierende Mischung aus dieser kühlen Frucht von 2024 und der warmen Mineralik der Lage. Aber wie jedes Jahr ist der Kräuterberg mehr zur Harmonie und Großrahmigkeit gehend, selbst in einem so feinen, kühlen Jahrgang.