Auf Grünhaus hat der Frost von 2024 mit am meisten eingeschlagen, das heißt die Ernteverluste belaufen sich auf rund 90 Prozent. Es gibt daher von allen Weinen sehr viel weniger Menge als sonst und zudem auch nicht alle Weine im Programm. Wow, was für eine schicke Eleganz, es ist kühler und feiner als 2023, etwas verspielter im Grunde. Die Frucht ist nicht laut, springt mich nicht an, sondern kommt gediegen und straff aus dem Glas, eher steinig unterlegt und mit viel Spannung. Schwerelose Konzentration, dicht und doch schlank, so feinziseliert dabei. Der Abtsberg ist der älteste Rebberg von Maximin Grünhaus, er ist kühler als der Herrenberg und steht auf hartem, blauem Schiefer. Der Superior ist immer aus in der Gärung nicht ganz durchgelaufenen Fässern, die also im feinherben Bereich liegen aber prinzipiell aus dem Grundmaterial des Abtsberg GG sind, das es in 2024 ja gar nicht gibt. Für den feinherben Bereich, der ja von Frucht lebt, ist das also ein großer Gewinn. Die Süße wird von der hohen Mineralausstrahlung dieses Jahres einfach überfügelt, ist kaum wahrnehmbar. Die nicht ganz trockene Variante hat am Ende die Eigenständigkeit erreicht, die Maximin sucht. Diese herbsaftige Kräuterwürze, die so emblematisch für Grünhaus steht, war selten so puristisch und klar auf der Zunge schmeckbar, wie in diesem Jahr.