Sibi et Paucis ist die Kellerreserve des Weinguts. »Wir haben uns bewusst dafür entschieden, jedes Jahr einen kleinen Teil unserer drei Nebbiolo-Weine in unserem Keller zu behalten, einige Flaschen Cannubi Boschis (ab dem Jahrgang 2014 trägt die Lage den Namen »Aleste«, nach Barbara Sandrones’ Kindern Alessia und Stefano), Le Vigne und Valmaggiore. Wir gönnen ihnen eine längere Reifezeit: 10 Jahre für Barolo und 6 Jahre für Valmaggiore. In unserer Weinbibliothek finden sie optimale Bedingungen, um zu ruhen, sich zu verfeinern und noch perfekter zu werden.« Der Barolo Le Vigne ist eine Cuvée aus verschiedenen Lagen, inklusive der Toplagen Villero in Castiglione Falletto und Baudana Castiglione in Serralunga. Die Bearbeitung beider Barolo geschieht bei Sandrone auf die gleiche Art und Weise. Vollständige Entrappung, acht Tage kalte Mazeration, dann weitere drei Wochen Fermentation im Stahltank mit anschließender Verweildauer auf der Schale. Verwendet wird nur der Vorlaufwein nach der Vergärung, kein Presswein. 24 Monate langer Ausbau, zu 80 Prozent in gebrauchten 500 Liter fassenden Tonneaux, davon 20-25 Prozent neues Holz. Kein Abzug, keine Bâtonnage. Dieser Jahrgang wird 2025 als Sibi et Paucis ein zweites Mal auf den Markt gebracht. Der Jahrgang 2016 war ein perfekter Nebbiolo-Jahrgang aus dem Bilderbuch. Nachdem bereits 2015 während der Wachstumsperiode festgestellt wurde, dass die Trauben vor der Sonne geschützt werden müssen, wurde bei Sandrone schon damals noch vorsichtiger mit den Blättern gearbeitet. Luca Sandrone schmunzelt »In diesen vermeintlich »einfachen« Jahrgängen wird oft verpasst, dass die Arbeit im Weinberg dennoch präzise ausgeführt werden muss. Auch wenn es trügerischerweise scheint, als könne man etwas entspannter dran gehen! Die Trauben fleißiger Winzer zeichnen sich daher immer und besonders in diesen einfachen »perfekten« Jahrgängen durch ihre extra Klasse aus.« Tiefes, leuchtendes Rubinrot mit einem orangen Rand. Die reife Nase von würzigem Tabak, duftend erdigem Herbstwald und getrockneten Blüten aber auch brummender schwarzer Pflaume, Kirsche sowie würzigem Blut, rostigem Eisen, tiefem Teer und gedrehter dunkler Erde. In Summe eine wunderbare und ultra klassische Barolo-Nase in Perfektion! Dicht, opulent und mit all den herrlichen Aromen ausgestattet, von denen jeder Nebbiolo-Liebhaber schwärmen wird. Der Mundeintritt ist fulminant fruchtig, mit einer Welle aus reifer Pflaume und Schwarzkirsche. Die vielen Tannine sind erhaben und immer noch imposant und griffig, aber zugleich sind sie geschliffen integriert und gehen direkt in getrocknete Kräuternoten von Salbei und auch etwas erfrischendem Menthol über. Im Nachhall ist der Wein saftig und immens von mineralischem Kalkstein, Eisen und tiefer Erdigkeit geprägt. Ätherische Noten von konzentrierter Blutorange gleiten im sehr langen Nachhall über die Zunge, der Wein steht minutenlang im Mund. Er hat noch immer ein langes Leben vor sich! Sehr, sehr schicker Stoff aus einem der größten Jahrgänge dieses Jahrhunderts!