In 2024 hat Jadot auf den Domaine-Flächen in der Côte de Nuits rund 80 Prozent der Ernte verloren, aufgrund von leichtem Frost, vor allem aber durch extremen Mehltau-Befall, der schon in die Blüte stark reingehauen hat und über den kühlen, regenreichen Sommer auch kaum abgenommen hat. Das Gute am Mehltau ist allerdings, dass die – im Gegensatz zu Oidium – in der Regel gut eintrocknen und dann über den Reifeverlauf einfach abfallen oder leicht auszusortieren sind. Somit macht es qualitativ keinen riesigen Unterschied, aber es reduziert eben dramatisch die Mengenausbeute. Dadurch sind die 2024er Roten dem Jahrgang entsprechend zwar schlank und rassig, allerdings weisen sie zugleich eine hohe Konzentration auf durch die niedrigen Erträge. Das ist ein Paradoxon, das in kaum einem Jahr zuletzt so ausgeprägt war wie in 2024. Kühles Jahr, straffe Weine, aber auf sehr eigenwillige Weise durchaus dicht und intensiv. Bei den Weißen war es nicht ganz so dramatisch, da liegt der Ertrag bei 35 hl/ha im Schnitt, also nur leicht unterdurchschnittlich. Sie sind rassig, kanalisiert und energetisch – eine Renaissance des grandiosen 2014. Wie immer bei Jadot gibt es auch bei diesem Corton Charlemagne es Ganztraubenpressung. Dann wird im Stahl angegoren und die komplette restliche Fermentation im neuen Barrique durchgeführt. 12 Monate werden die Weine auf der Vollhefe belassen, dann abgestochen und für weitere sechs Monate in großen Fudern ausgebaut, das ist relativ neu bei Jadot. Rund ein Drittel neues Holz. Sie nutzen relativ viel Fuderfässer mittlerweile und es werden noch mehr sein in Zukunft, um die Weine etwas reduktiver zu halten. Eine Reaktion auf den Klimawandel. Die Nase ist würzig und sehr mineral, zeigt nur wenig Frucht, rauchig, intensiv, sehr pikant. Man kneift die Augen zusammen, das zwickt schon in seiner enormen Straffheit und Mineralik. Sehr puristisch diese 2024er, selbst auf Grand Cru-Level. Und zugleich haben sie viel mehr Power als ich erwartet habe. Sie haben über den Ausbau nochmal gigantisch an Dichte gewonnen. Chardonnay mag es lieber kühl, das merkt man hier. Geradeso reif ist eigentlich genau richtig für diese Rebsorte, wenn man auf die pure Mineralität und Frische steht. Da ist kein Gramm Fett dran und trotzdem wird man fast aus der Kurve getragen, reifer müssen die Trauben also gar nicht sein, dass man weggepustet wird.