Der größte Teil des Maestria wächst hauptsächlich auf der der Côte-Blonde-Seite in der Top-Lage La Landonne, ein kleiner Teil auch direkt in der Lage Côte Blonde und Côte-Rozier. 100 Prozent unentrappt als Ganztraube gequetscht und vergoren, nur in 600-Liter und im Stückfass ausgebaut für etwas über 2 Jahre, unfiltriert nach Eiweißschönung gefüllt. Fast schwarz, satte zerquetschte Beerenfrucht, viel Lakritze und Rappen, dann erst Brombeere, Veilchen, Gewürze. Sehr viel Veilchen in der Tat, ein totaler Côte Rotie-Ausdruck. La Landonne bringt profundere, dichtere Aromatik, hat eben richtig Druck aus dem Boden. Das ist eine elegante, aber auch eine sehr reiche Lage, sie erzielt immer mehr Alkohol als viele andere. Nun war 2022 zudem ein sehr heißes Blockbuster-Jahr, entsprechend sind wir eher bei überschwänglichem Charme und wollüstig opulenter Frucht. Wer die Côte-Rôtie liebt, muss 2022 unbedingt zuschlagen. Denn das werden ganz große Weine für die Zukunft sein – und sie schmecken auch schon direkt nach der Abfüllung mehr als köstlich. Die Balance ist grandios, natürlich auf der reichen Seite, sehr dicht, brutal intensiv, hocharomatisch. Agnes Levet vergleich 2022 am ehesten mit 2009. Dieser Mastria kommt wie ein ganz feiner Dampfhammer auf die Zunge, Vollgas-Schwarzkirsche, salzige Lakritze darunter, Holzkohle, Graphit, Zitronenpfeffer. Welle nach Welle schiebt sich über das dichte, üppige Tannin über den Gaumen. Man wird fast aus der Kurve getragen von dieser reichen, dunkelmineralischen, opulenten Serine. Ähnlich viel Power wie 2019. Die Tannine nageln sich fest, was für ein grandioser herbsaftiger Biss, richtig schön straff in der Struktur, das tut der opulenten Frucht wirklich gut, dass es nicht allzu sehr in die Breite geht. So bleibt es balanciert und samtig fein. Ein Maul voll Wein. Großer Stoff für die nächsten zwei, drei Jahrzehnte. Die Weine brauchen viel, viel Zeit und Luft. 2022 ist großes Nordrhône-Kino wie 2019 und 2015. Power trifft Eleganz.