Carmes Haut Brion: Le C des Carmes Haut Brion 2022

Le C des Carmes Haut Brion 2022

Zum Winzer

Cabernet Sauvignon 60%, Merlot 39%, Petit Verdot 1%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2047
Lobenberg: 95–96/100
Parker: 94/100
Suckling: 95–96/100
Falstaff: 95/100
Galloni: 94/100
Vinum: 94/100
Decanter: 94/100
VVWine: 93–95/100
Wine Cellar Insider: 93–95/100
Jeb Dunnuck: 93–95/100
Colin Hay: 93–95/100
Frankreich, Bordeaux, Pessac Leognan
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Le C des Carmes Haut Brion 2022

95–96
/100

Lobenberg: Dieser Wein wird nicht En Primeur verkauft, er kommt erst in gut zwei Jahren auf den Markt. Demnächst wird 2020 veröffentlicht. Aber den 2022er kann man En Primeur probieren. Er besteht aus 60 Prozent Cabernet Sauvignon, 39 Prozent Merlot und ein Prozent Petit Verdot. Der Alkoholgehalt liegt bei 13,5 Volumenprozent. Der Ertrag lag bei 40 Hektolitern pro Hektar. Bei extremer Dichtpflanzung ist das eine sehr geringe Ausbeute. Die Nase ist faszinierend. Das liegt wahrscheinlich an den Rappen der teilweisen Ganztraubenfermentation. Die Nase ist eher Cabernet Franc, die ja aber nicht vorhanden ist. Eine Loire-Nase. Schwarze Himbeere, die es ja so in der Form nicht gibt, aber für eine Brombeere ist es viel zu rotfruchtig und für eine Himbeere viel zu schwarzfruchtig. Aber Himbeere ist ganz klar die Dominante. Dahinter Kalkstein, helle Blüten mit Flieder, sehr duftig. Dazu ein bisschen rote Paprika, aber die ist süß und reif, auch schwarze Kirsche und süße Weichselkirsche kommen durch. Eine sehr leckere, feine, ätherische Nase. Der Mund ist auch wieder leicht zu verwechseln mit der Loire, obwohl es Cabernet Sauvignon ist. Auch hier wieder eine feine Rotfruchtigkeit mit Himbeere und Erdbeere. Tolle Länge zeigend – singend! Feines Gesteinsmehl darunter und dieses leicht spicige von den Rappen. Eine extrem schöne Komposition – der Wein macht große Freude! Das wandelt definitiv auf den Spuren des 2019er, der so grandios war. Ich bewerte ihn gleich hoch. Superber C des Carmes Haut-Brion! 95-96/100 *** Das ist der zweite Weinberg von Château Carmes Haut-Brion. Beide Weingüter gehören der Familie Pichet. Der Direktor für beide Châteaus ist Guillaume Pouthier, der frühere Weinbergsdirektor von Chapoutier. Consultant für beide Weingüter ist Stéphane Derenoncourt. Der Weinberg liegt außerhalb zwischen Haut-Bailly und Smith Haut Lafitte. 23 Hektar. Vor 15 Jahren wurde hier neu bepflanzt, mit bis zu 12.000 Stöcken pro Hektar. Es gibt also sehr kleine Erträge pro Rebe. Vielleicht werden irgendwann beide Weinberge zusammengelegt zu Carmes Haut-Brion. Im Moment ist das nicht geplant. Le C wird zu 30 Prozent nicht entrappt, es wird bei der spontanen Vergärung im Betontank ein Schichtverfahren angewendet. Entrappte und nicht entrappte Schichten wechseln sich ab, die Flüssigkeit wird völlig natürlich umgewälzt, sodass immer alle Beeren von Saft umgeben sind. So wird eine sanftere und gleichmäßigere Extraktion sichergestellt. Das Ganze nennt sich passive Extraktion. Nach der ersten Fermentationsphase wird der Free Run Juice weiter separat fermentiert. Der Rest wird sanft abgepresst. Beide Partien werden nach acht Tagen der Fermentation wieder vermählt. Die Ganztrauben in der Gärung haben mehrere Effekte: Auf der einen Seite gibt das eine Frische, die ein bisschen an Minze erinnert. Andererseits gibt es mehr Salzeintrag, da über die Ganztrauben auch sehr viel Silikat und Sand in die Fermentation kommen. Nach der Gärung wird der Wein in 20 Prozent Neuholz und 80 Prozent gebrauchtes Holz gelegt. 70 Prozent 3000 Liter Holzfässer und 10 Prozent Amphoren. Nach zwei Jahren geht das Ganze für ein weiteres Jahr ins große Holzfuder. Nach der Füllung verbleibt der Wein noch ein Jahr auf dem Château. So kommt der Wein erst vier Jahre nach der Ernte auf den Markt, denn er soll bereits trinkbar sein. Natürlich wird hier alles per Hand bearbeitet.

Jahrgangsbericht

2022 hatte den trockensten Sommer in Frankreich seit Beginn der Aufzeichnungen und war insgesamt das heißeste Jahr seit 1947. Nicht so extrem und plötzlich heiß wie 2003, eher harmoniefördernd gleichmäßig warm und eben sehr trocken. Nachdem im November und Dezember 2021 satt Regen fiel, blieb es in den Folgemonaten trocken und warm. Die Reben konnten sich also bei gleichmäßiger Blüte langsam an die Trockenheit gewöhnen. Die Terroirs mit den besten Wasserspeicher-Eigenschaften und den sehr tief wurzelnden alten Reben konnten das Wasser-Reservoir des Winters und Frühjahrs nach früher und sonniger Blüte relativ problemlos durch den trockenen Sommer nutzen. Regen gab es erst wieder im Juni und dann in der zweiten Augusthälfte mit 30 bis 50mm. Danach blieb es sonnig und trocken mit einem langen »Indian Summer« bis weit in den Oktober und sogar November. Jeder konnte auf den perfekten Erntezeitpunkt warten, zumal es dank sommerlicher Stillstände keinen Zucker-Alkoholdruck gab. Wer mit alten Reben und perfekten Terroirs dann noch verschont wurde vom jährlich zunehmendem April-Frost und vom allzu häufigen Hagel des Frühsommers, konnte sich gerade als biologisch arbeitender Winzer über das, ob des Klimas, vollständige Ausbleiben von Fäulnis und Pilzkrankheiten freuen. Niemand musste auch nur irgendwas spritzen. Für Bio-Winzer mit alten Reben und superbem Terroir war 2022 ein so noch nie erlebtes, perfektes Jahr, zumal man sich über die vergangenen 10 extremen Jahre an die besser angepasste Laub- und Bodenarbeit gewöhnt hatte. Saint Emilions und Castillons Kalksteinfelsen, Pomerols und Fronsacs Lehmböden und die dicken Kieslinsen des Medocs hatten bei sehr altem Rebbestand bis auf den Malus kleinerer Erträge kaum Sorgen. Weniger, aber ein überragend intensiver Saft aus kleinen, dickschaligen, kerngesunden Beeren. Aromatisch frischer Most, tiefes und zugleich delikates Tannin, dazu eine überragende Balance. Junge Reben und sandige Böden litten allerdings extrem, da gab es hier und da schon desaströse Ergebnisse. Besonders profitiert haben, neben den o.g. perfekten Böden dazu am linken Ufer, die in sehr nassen Jahren benachteiligten Fluss- und Ufernahen Terroirs des Medocs, des nördlichen Haut Medocs und Saint Estèphes. Die meisten Winzer vergleichen 2022 mit 2018, allerdings war 2022 überwiegend noch deutlich konzentrierter und reicher in der Frucht, vibrierender, cremiger und trotz der extremen Reichhaltigkeit erstaunlich frisch, seidig und harmonisch, das erinnert auch an das Traumjahr 2016. 2022 ist nicht so extrem pikant wie das Hammerjahr 2019 und nicht ganz so tänzelnd finessenreich wie der 2020er. Winzer mit langer Erfahrung sprechen eher von einer deutlich perfekteren Reinkarnation der Jahrgänge 1982, 1961 und 1949. Jean-Philippe Janoueix, eine Instanz am rechten Ufer und Besitzer vieler Châteaux in Pomerol, Saint Emilion und Castillon sagt: »2022 is the more concentrated version of 2018. With deep acidity and rich, soft masses of tannin, 2022 is the much better and long-lived resurrection of the great 1982 and 1961.« Und das mit größerem Know-how, optimaleren Weinstöcken, niedrigeren Erträgen je Stock, besserer biologischer Weinbergsarbeit, dramatisch präziserer Selektion vor der Kelter (Laser und Wasserbad) und einer kenntnisreicheren Kellertechnik als vor vierzig Jahren. Ohne Zweifel ist 2022 also ein historischer Jahrgang. Fakt ist, dass trotz der wohl berechtigten Jubelschreie der allerbesten Winzer das Jahr 2022 auf Kante genäht ist. Junge Reben und nur mittelgute und schwächere Terroirs, und das ist nun mal mit Abstand der Großteil des Bordelais, haben in nassen und noch mehr in solch trocken-heißen Jahren ganz schlechte Karten und üble Zukunftsaussichten. Und leider werden die Jahre trotz einiger, klassischer Ausnahmen wie das Bordelaiser »Normaljahr« 2021 im Schnitt immer extremer. Die wenigen, strahlenden Topwinzer der Appellationen glänzen ob der extraterrestrischen Qualitäten mehr denn je, die große Masse bleibt auf der Strecke. Die Spitze der Pyramide wird noch schmaler und zugleich noch höher. 2022 ist für die Superstars jeder Appellation ein so noch nie dagewesener Qualitätstraum, aber wo soll das für die breite Basis enden? Spanien findet den Ausweg aus den immer extremeren klimatischen Wetterkonditionen in 800 bis 1200 kühlen Höhenmetern, aber wie sieht – neben den weiter vorwärts stürmenden Superstars – die Zukunft des Bordelaiser »Normalwinzers« auf NN aus?

94
/100

Parker über: Le C des Carmes Haut Brion

-- Parker: The 2022 Le C des Carmes Haut-Brion is punching above its weight this year. Unfurling in the glass with a gourmand, lively and vibrant bouquet of raspberry, mulberries, rose, violet and cassis, it's medium to full-bodied, seamless and layered with refined, velvety tannins and a deep core of fruit, concluding with a harmonious, elegant profile that avoids any excess, enhancing its distinctive personality. Guillaume Pouthier, Guillaume Deschepper and their team have done a fantastic job at this address, delivering an exceptional wine.

95–96
/100

Suckling über: Le C des Carmes Haut Brion

-- Suckling: Excellent purity of fruit and brightness to this wine with a medium to full body, crushed stone and fresh acidity. Tannins are open with a creamy texture. 30% whole cluster. Nicely framed. Vineyard here is close to Smith Haut Lafitte. 60% cabernet sauvignon, 39% merlot and 1% petit verdot. 95-96/100

95
/100

Falstaff über: Le C des Carmes Haut Brion

-- Falstaff: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. Feine Nuancen von schwarzen Kirschen, Heidelbeeren, ein Hauch von kandierten Orangenezsten und Cassis, frisch strukturiert, straff, präsente Tannine, feine Petit-Verdot-Würze, mineralisch-salzig im Abgang, ein komplexer Speisenbegleiter mit gutem, sicherem Reifepotenzial, bereits gut entwickelt. 95/100

94
/100

Galloni über: Le C des Carmes Haut Brion

-- Galloni: The 2022 Le C de Carmes Haut-Brion is a big, powerful wine. Just bottled, it is dramatic and decidedly large-scaled in the early going. I am curious to see how much baby fat this sheds in the next year or so as it starts to recover from bottling. Even today, though, the 2022 is so impressive. Dark red cherry/plum fruit, spice, dried herbs and menthol gradually open with a bit of coaxing. I would not dream of touching a bottle any time soon.

94
/100

Vinum über: Le C des Carmes Haut Brion

-- Vinum: Was für ein Duft, man möchte eintauchen, komplex, reiffruchtig, dennoch kühl, Blutorangen, Veilchen, fast schon Pinot-like, das Holz ist perfekt verpackt, florale Noten, ein Gedicht; am Gaumen elegant, knackige Frucht, feinste Tannine, straff, gradlinig, vertikal, würzig, langanhaltend. Eine Balance, die seinesgleichen sucht. Jung ein Spass, mit Reserven.

94
/100

Decanter über: Le C des Carmes Haut Brion

-- Decanter: Seductive and deeply perfumed, this wine bursts with blackcurrants, cherries, and subtle spice. The crystalline acidity is immediately fresh and bright, while soft, delicate tannins create a silky texture without heaviness. It has energy and forward motion, balancing purity and precision. The Carmes signature shines through - pure fruit, supple tannins, and a long, elegant body. Flavours of cherry, damson plum, and redcurrant lead to a mineral, oyster-shell finish with a subtle salty tang. Both fresh and age-worthy, this is a beautifully framed, dynamic wine that leaves you wanting more. One of the best second wines. I love this. 31% whole bunch fermented.

Verkostungsnotiz
93–95
/100

VVWine über: Le C des Carmes Haut Brion

-- VVWine: Die Farbe ist fast Schwarz, doch würde man diesen Wein in einem dunklen Glas servieren man könnte ihn für einen Pinot halten, was für eine Nase, intensive Frucht, das erinnert an Burgund, dezente Röstnote, die Frucht erinnert an schwarze Johannisbeere und reife Erdbeeren, darüber florale Noten, eine feine Würze, klar und rein wie ein Bergbach ist diese Frucht. Im Gaumen gradlinig, präzis, seidiges Tannin umgarnt die Frucht, nur 13.5% Alkohol und dennoch mit Biss, Druck und Länge, dieser Wein hat enorm viel Charme, eine grosse Präzision, verfügt über Dichte und bleibe finessenreich und balanciert. Sehr, sehr hohe Qualität hier und mit Sicherheit einder der besten 'Value-for-Money' Weine dieses Jahres. Leider nicht in Subskription erhältlich, doch wer diesen Wein 2016 irgendwo findet - zuschlagen 93-95/100

93–95
/100

Wine Cellar Insider über: Le C des Carmes Haut Brion

-- Wine Cellar Insider: Once past the dark color, the wine jumps with black cherries, flowers, blackberries, mint, and spearmint in the nose. On the palate, the fruits are clean, fresh, and pure, but not simple. You also find salt, crushed rocks, spice, and peppery, sweet, black cherries on the mid-palate and in the spicy, vivacious finish. Using 30% whole bunches in the vinification, the wine blends 60% Cabernet Sauvignon, 39% Merlot, and 1% Petit Verdot, 13.5% ABV, 3.6%. The wine is aged in 20% new, French oak barrels. As a reminder, this is not a second wine. It comes from an entirely different vineyard and blend. Drink from 2023-2035. 93-95/100

93–95
/100

Jeb Dunnuck über: Le C des Carmes Haut Brion

-- Jeb Dunnuck: A relatively new wine for this château, sourced all from vines near Léognan, the 2022 Le C Des Carmes Haut-Brion sports a deep ruby/plum hue as well as exotic aromatics of ripe currants, leafy herbs, tobacco, flowery incense, and bacon fat. Fermented partially with whole clusters, it's medium to full-bodied, has a ripe, round, expansive mouthfeel, and fine tannins. Based on 60% Cabernet Sauvignon, 39% Merlot, and 1% Petit Verdot, raised in a mix of barrels and amphora, it's going to benefit from just 3-4 years of bottle age and drink nicely for 15+. It's a beautiful, singular Graves. 93-95/100

Verkostungsnotiz
93–95
/100

Colin Hay über: Le C des Carmes Haut Brion

-- Colin Hay: C de Carmes Haut-Brion 2022 (Pessac-Léognan; tasted with Guillaume Pouthier). Immediately bright, aerial and highly expressive aromatically. Lots of wild herbal notes and lots of freshness with a vibrant and crunchy mixed of red and darker berry fruits – redcurrant, raspberry and cassis leaf. Lovely graphite and pencil-shavings too, cracked red and black peppercorns and a subtle loamy earthiness. In the mouth this is vivid, energetic and extremely dynamic with lots of forward momentum and pick up leading to a long, intense and slowly tapering finish. Very pure and with lovely precision. Very impressive indeed. .

Mein Winzer

Carmes Haut Brion

Als 1584 der Mönchsorden der Karmeliter (»Les Carmes«) begann, auf den 4,5 Hektar Kiesanhöhe in Pessac Wein anzubauen, wussten die geistlichen Herren offensichtlich, was sie taten.

Le C des Carmes Haut Brion 2022