Die Rieslinge aus der Wehlener Sonnenuhr sind schon in der Jugend immer etwas anders geartet als jene vom Graacher Himmelreich. Es kracht hier weniger, ist feiner und leiser, reifer und runder auch, aber eben ultimativ feinsinnig und erotisch. Im kühlen Jahr 2024 erweist sich die perfekte steile Süd-Südwesthanglage auf ca. 100-250 m Höhe mit Schieferverwitterungsboden natürlich als wahrer Grand Cru. Ein exzellenter Langstreckenläufer mit dieser Substanz und Dichte ist die Sonnenuhr in Wehlen ohnehin, zählt mit Sicherheit zu den Top 5 der legendärsten Weinlagen Deutschlands. Eine irre Nase! Gelbe Blüten, Süßholz, Mandel, confierte Zitronen, staubige Mineralität, komplex und hoch verdichtet. Wahnsinn. Auch in diesem Jahr reicher und deutlich druckvoller als das reduziertere Graacher Himmelreich. Hier geht richtig die Post ab. Was für eine mysteriöse, kraftvolle Sonnenuhr, die zugleich so hochfein und tänzerisch bleibt. Das ist schon ganz weit vorne, eine bessere Spätlese habe ich kaum probiert an der Mosel dieses Jahr.